BZ: “NPD feierte in Kleingartenverein”

Die Braunschweiger Zeitung meldet:

Vorstand und Wirtin beteuern: Wir haben nichts gewusst – Staatsschutz und Gartenfreunde-Verband entsetzt. Von Marc Rotermund

Der Unterbezirk der rechtsradikalen hat offenbar mehrmals seine Weihnachtsfeier in der Kantine des Kleingartenvereins abgehalten. Wirtin und Klub-Vorstand beteuern, nichts davon gewusst zu haben. Öffentlich gemacht hat den Vorgang das Antifaschistische Plenum. Es hat als Beweis unter anderem die Weihnachtsfeier-Einladung der NPD aus dem vergangenen Jahr beigelegt. Die Antifa fordert den auf, den Rechten die Räume nie wieder zur Verfügung zu stellen.
Der Staatsschutz der Polizei bezeichnet die Vorwürfe der Antifa als richtig. Intensive Gespräche mit dem Kleingartenverein und vor allem der Wirtin der Gartenkantine seien bereits geführt worden, sagt Leiter Klaus Buhlmann.

Der Vorstand des Klubs ist angesichts der Vorwürfe entsetzt. Ein Sprecher versichert, nichts von den Feiern der Rechten gewusst zu haben: ‘Unser Vereinsheim ist seit zehn Jahren verpachtet. Veranstaltungen liegen in der Verantwortung der Wirtin.
Diese betont, nicht geahnt zu haben, welche Gäste bei ihr an den Tischen saßen. ‘Sie haben sich nicht als NPD angemeldet, sondern eine Privatperson hat reserviert, und das unter ihrem Namen. Ich konnte nicht wissen, dass sie dies für die NPD getan hat’, sagt Wirtin Patricia Nawrath. Erst durch die Veröffentlichung der Antifa habe sie von den Vorwürfen erfahren. Der Staatsschutz habe dann beim Lesen ihres Reservierungsbuches festgestellt, dass ein bestimmter Gast ein Vorstandsmitglied der NPD dieser Region sei.

An die letzte Weihnachtsfeier dieses Anmelders könne sie sich noch erinnern, sagt Nawrath. Anders als in anderen Gartenvereinen, sei sie als Wirtin immer dabei, betont die Frau und versichert: ‘Es hat nichts darauf hingedeutet, dass es die NPD ist. Es wurden keine Fahnen aufgehängt und Lieder gesungen. Es sind einfach Gäste gekommen, die auch Kinder dabei hatten, und bei uns Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und eine Tombola veranstaltet haben.’ Gedauert habe die Veranstaltung etwa zwei Stunden – und sie sei auch nicht geschlossen gewesen. ‘Die Kantine war die ganze Zeit für unsere Vereinsmitglieder geöffnet’, schildert Nawrath und versichert: ‘Es wird in diesem und in den folgenden Jahren keine Veranstaltungen dieser Art unter meiner Verantwortung geben.’

Der Staatsschutz begrüßt diese Ankündigung. Leiter Klaus Buhlmann rät Verpächtern, sich vor der Vermietung von Räumen im Zweifel Rat bei der Polizei zu holen. ‘Gartenkantinen sind häufig Abseits gelegen und werden von den Rechten gern für Feiern gemietet’, weiß der Ermittler.

Erst im Spätsommer hatte ein Fall eines anderen Kleingartenvereins für Aufregung gesorgt. Er hatte sein Vereinsheim an die rechtsextremistische Kameradschaft vermietet – eigener Aussage zufolge ebenfalls, ohne es zu wissen.

Der Landesverband der Gartenfreunde als Verpächter aller Kleingartenvereine kritisierte bereits damals dieses Verhalten in scharfer Form. Auch im aktuellen Fall ist Vorsitzender Manfred Weiß schockiert. ‘Nach dem letzten Vorfall hatten wir erneut ein Informationsblatt der Polizei an unsere Vorstände geschickt. Leider hat das in diesem Fall wieder nichts gebracht’, sagt der Chef der rund 100 Braunschweiger Kleingartenvereine.

Er hat dem Klub vom Nußberg gestern nahe gelegt, weitere Schritte zu erwägen.

Auch die neue Braunschweiger hat eine Artikel dazu veröffentlich. Er ist hier als PDF erhältlich (Artikel “Wirbel um Weihnachtsfeier der NPD” auf der Titelseite).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.