BZ: “Referent in Gifhorn: Rechtsradikale schüren Angst”

Die Braunschweiger Zeitung berichtete am 3.2.2012 auf www.newsclick.de:

Der Experte für rechtsradikale Gewalt und Terror aus Wolfsburg referierte im Rahmen der Anti-Gewalt-Akademie anlässlich der aktuellen Diskussion rund um die Anschläge der “Zwickauer Zelle”. Das Fazit, das Neu zog: “Diese Form rechter Gewalt ist zwar keine Gefahr für die Demokratie, aber eine Gefahr für das Zusammenleben. Die wollen, dass wir Angst haben.” Für Gifhorn sind rechte Aktivitäten seit 2000 dokumentiert, als die “Kameradschaft Gifhorner Reichssturm” im Internet Rezepte für den Bombenbau anbot. Danach wurden rechtsextreme Musikgruppen wie “Aufstieg Gifhorn” oder die Webseite “Rache 45” auffällig, die Hintergrund für Schmierereien an der Bahnstrecke von Leiferde nach Wolfsburg sind. Neu nannte die als “Sportverein” getarnte Verbindung “Germania Gifhorn” und den gescheiterten Versuch, im Umfeld der braunschweiger Burschenschaft “Thomania” auch in Gifhorn eine Burschenschaft zu gründen, als Beispiele für rechtsradikale Aktivität. Neu gab an: “Dahinter steckt Tradition im Personal. 80Prozent aller Web-Auftritte werden von derselben Person betrieben.” Heute aktiv ist die “” mit einem harten Kern von etwa 20Personen in Gifhorn, Calberlah, Brome und Wittingen, wie Neu berichtete: “Das Umfeld ist aber größer. Die Aktionsgruppe ist sehr aktiv im sozialen Netzwerk Facebook. Über die rechtsextreme Wolfsburger für Zivilcourage und eine Gruppe aus Salzwedel besteht ein großer Aktionsradius.” So waren auch Gifhorner beim Aufmarsch am 14.Januar in Magdeburg präsent. Auch eine Führungspersönlichkeit der Initiative “Besseres Hannover” hat familiäre Wurzeln im Landkreis Gifhorn. Neu verwies zudem auf die seit der Wiedervereinigung von Opferverbänden gezählten 192 Tötungsdelikte mit rechtsextremem Hintergrund – 135 davon werden von der Bundesregierung nicht als Neonazi-Verbrechen eingestuft. Zwei davon ereigneten sich auch im Landkreis Gifhorn. 1991 trieben Skinheads einen Punk auf die Bundesstraße 4, wo er von einem Wagen erfasst wurde. Noch heute gibt es Songs von rechten Bands, die darauf Bezug nehmen. Ebenfalls 1991 erstach ein 17-Jähriger aus der Skinhead-Szenen in Kästorf einen Wohnungslosen. Das Gericht sah in beiden Fällen keinen Bezug zur rechten Szene. al

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.