Wolfenbüttel: Stecken Nazis hinter angekündigter Demo gegen Kindesmißbrauch?

Die Wolfenbütteler Zeitung berichteten in ihrer Ausgabe 16.03.2012:

Demo-Aufruf im Internet gegen verurteilten Wolfenbütteler
– User warnten davor, von Neonazis instrumentalisiert zu werden – Keine offizielle Anmeldung

Von Karl-Ernst Hueske

WOLFENBÜTTEL. Nach einem Gerichtsbericht über einen verurteilten 36-jährigen Wolfenbütteler, der ein 12-jähriges Mädchen missbraucht haben soll, hat es im Internet einige heftige Reaktionen gegeben.

Wie uns unser Leser Florian Röpke mitteilte, habe er auf Facebook-Seiten rein zufällig einen Aufruf zu einer Demonstration in Wolfenbüttel gegen den “Kinderschänder” gelesen. Es wurde auch ein konkreter Termin für diese Demonstration angegeben. Ein Treffpunkt wurde jedoch nicht genannt.

Es habe sich im Internet eine umfangreiche Diskussion über diese geplante Demonstration entwickelt. 6000Internetnutzer seien eingeladen worden, 800 hätten ihre Teilnahme bereits zugesagt, bis die Seite für den allgemeinen Gebrauch geschlossen worden sei, wusste Röpke.

Rechtsextremes Lager

Zur Demonstration aufgerufen hätten drei Personen, zwei aus Braunschweig und einer aus Wolfenbüttel, die laut Röpke dem rechtsextremen Lager zugeordnet werden können.

Diese Ansicht unterstrich auch ein weiterer Internet-User, der mitteilte: “Es handelt sich hier um eine Veranstaltung, die von Personen initiiert wurde, die offensichtlich in neonazistischen Kreisen verkehren.” Er warnt gleichzeitig: “Das Thema Kindesmissbrauch ist ein beliebter Aufhänger für Demonstrationen unter Neofaschisten, um auch den ?normalen Bürger? anzusprechen und ihn für die eigenen Forderungen zu instrumentalisieren.”

Bei der Stadt Wolfenbüttel hat es bisher keine offizielle Anmeldung einer Demonstration für den 25. März gegeben, teilte Stadtrat Thorsten Drahn auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Der Stadtrat hatte aber in Erfahrung gebracht, dass auch die Wolfenbütteler Polizei sich um diesen Aufruf im Internet kümmere.

Nach Auskunft der Polizei gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der NPD oder anderen Organisationen, die dieser Szene zuzuordnen sind. Die Seiten in Facebook existieren nicht mehr.

Kein Handlungsbedarf

Die Polizei beobachtet die Angelegenheit weiter, erklärte Polizei-Pressesprecher Frank Oppermann. Akuten Handlungsbedarf gebe es allerdings nach Ansicht der Polizei derzeit nicht.