Home / Themen / Gewalttaten & Anschläge / Wolfenbüttel: “Mehr Straftaten Rechtsradikaler”

Wolfenbüttel: “Mehr Straftaten Rechtsradikaler”

Unter der Überschrift “Perli: Mehr Rechtsradikaler. Polizei: Landkreis ist kein Schwerpunkt” berichtet die Wolfenbütteler Zeitung über die Zunahme rechtsradikaler :

KREIS WOLFENBÜTTEL. Die Zahl rechtsradikaler Straftaten hat im Kreis Wolfenbüttel leicht zugenommen. Darauf weist der Landtagsabgeordnete der Linken, Victor Perli, hin. Er habe zu diesem Thema zwei Anfragen an die Landesregierung gestellt.Das Ergebnis laut Perli: Vergangenes Jahr habe es 17 Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund im Landkreis gegeben. Das seien fünf mehr als ein Jahr zuvor. 2009 habe die Zahl allerdings deutlich darüber gelegen. Für jenes Jahr weise die Statistik sogar 30 Neonazi-Straftaten aus. In den meisten Fällen habe es sich um Sachbeschädigungen, Propagandadelikte und Beleidigungen gehandelt, fand Perli bei seinen Anfragen heraus. Es sei aber auch zu gezielten Bedrohungen und Körperverletzungen gekommen. Die Antwortliste der Landesregierung listet für das vergangene Jahr einen derartigen Fall auf. Ein Opfer hatte einen Drohanruf bekommen, in dem sich der Anrufer selbst als Nazi bezeichnete. Anlass zur Sorge sieht Perli auf alle Fälle. Nach Angaben der Landesregierung gebe es im Kreis Aktivitäten der NPD und autonomer Neonazis.

Die Polizei relativiert auf Nachfrage die Zahlen Perlis. Drei Jahre auszuwählen, um eine Tendenz abzuleiten, greife zu kurz, sagt Polizeisprecherin Natascha Aust. Betrachte man die vergangenen zehn Jahre, lägen die Zahlen deutlich unter dem Mittelwert.

“Es gibt keine klaren Tendenzen. Die Zahlen variieren jedes Jahr”, sagt Aust. Sicher sei aber: “Der Landkreis ist kein Schwerpunkt rechter Straftäter. Auch Schwerpunkte innerhalb des Landkreises, an denen Rechtsextreme häufiger aktiv würden, lassen sich laut Polizei-Sprecherin nicht feststellen. Starke Anstiege bei den rechtsextremen Straftaten seien im vergangenen Jahrzehnt immer auf Serien von Sachbeschädigungen zurückzuführen gewesen.

“Jede rechtsextreme Tat ist eine zu viel”, sagt Aust: “Aber wir sehen keine Tendenz.” Die Polizei steuere mit Präventionsmaßnahmen dagegen. Beispielsweise biete sie Aufklärungsveranstaltungen in Schulen an. Außerdem setze sie Ermittler ein, die auf die rechtsextreme Szene spezialisiert seien.