Braunschweig: Neonazis planen erneut Konzert

Für den kommenden Samstag, den 29. September 2012, planen Neonazis aus dem Spektrum der “Aktionsgruppe 38” an einem bisher geheimgehaltenen Ort – vermutlich im Großraum Braunschweig – ein als private Geburtstagsfeier getarntes unter dem Motto “Free my Land Vol. 1”. Auf Flyern und im Internet werden die einschlägigen Neonazibands “Non Plus Ultra” (Nordrhein-Westfalen), “Last Riot” ( Sachsen-Anhalt), “Legion Condor” (Baden-Württemberg) und “Verboten” (Sachsen) angekündigt. Außerdem soll der “Nationale Liedermacher” Kai Müller aus dem niedersächsischen Bad Lauterberg auftreten.
Für das Konzert, zu dem mehrere hundert BesucherInnen erwartet werden, wird äußerst konspirativ geworben: “Weitere Infos über die bekannte Kanäle” heißt es lapidar auf den Flyern. Nur wer sich bei den Veranstaltern meldet und ihnen persönlich bekannt ist, erhält per SMS weitere Informationen. Am Tag selbst sollen die BesucherInnen über verschiedene Schleusungspunkte zum eigentlichen Veranstaltungsort geleitet werden.

Nachdem ein Konzert der “Aktionsgruppe 38” am 9. Juni 2012 in einem Braunschweiger Kleingartenverein im Nachhinein für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt hatte, fürchten die Neonazis nun, dass diesmal der Veranstaltungsort vorzeitig bekannt werden könnte und Vermieter durch öffentliche Proteste und Behörden unter Druck gesetzt werden, so dass die Neonazis kurzfristig ihren Veranstaltungsraum verlieren würden.

Vermieter von Kleingartenkantinen, Gastwirte und andere Vermieter potentieller Veranstaltungsräume in der Region sollten prüfen, ob für den kommenden Samstagabend Anmietungen vorliegen und sich absichern, dass dort nicht unter dem Tarnmantel einer “privaten Geburtstagfeier” oder ähnlichem ein neonazistisches Konzert durchgeführt wird.

  • Handreichungen für Vermieter im Umgang mit Anmietversuchen von Räumen durch Neonazis bietet unter anderem die Broschüre “Keine Räume für Nazis. Was können Vermieter/innen tun? Ratgeber zum Umgang mit Anmietungen durch rechtsextreme Gruppen” und die Broschüre “Rechtsextremisten nicht auf den Leim gehen. Ein Ratgeber für die Gastronomie”. Beide Broschüren gibt es zum download auf der Webseite der Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin unter http://www.mbr-berlin.de/Materialien