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NSU: “Mörderische Spur nach Braunschweig” und Campingurlaub in Gifhorn

Die Neue Presse (NP) meldet in ihrer heutigen Ausgabe, dass das “Rechtsextremistische Killer-Trio” auch in Braunschweig “Orte von Moscheen und Restaurants” auf einem Stadplan markiert habe. Die Zeitung stellt die Frage, ob “die -Terrorzelle Mordanschla?ge auch in Braunschweig geplant” habe: “Der Verdacht liegt nahe. Unter den tausenden von Asservaten, die das Bundeskriminalamt in den Tru?mmern des ausgebrannten Hauses Fru?hlingsstraße 26 in Zwickau fand, war ein Kartenausschnitt aus einem Braunschweiger … Mit einem blauen Stift eingetragen sind dort verschiedene Punkte in der Innenstadt. Als die Adressen von Moscheen, tu?rkischen und iranischen Restaurants und Gescha?ften hat der tu?rkische Generalkonsul Tunca O?zcuhadar sie auf Bitte der NP identifiziert. Vielleicht ist es nur Zufall, dass es in Braunschweig kein Bombenattentat oder eine gezielte Hinrichtung wie in anderen Sta?dten gab.” Der entsprechende Stadplan findet sich in einer Präsentation vom BKA-Chef Ziercke mit Datum vom 29.11.2011 für die Unterrichtung der Obleute und des Vorsitzenden des Innenausschusses. Das entsprechende Dokument ist auf der Internetseite “NSUleaks” öffentlich zugänglich.

Brisanter als der Stadplan ist ein weiteres Versäumnis der Sicherheitsbehörden, über das die NP im Artikel berichtet:

Dabei ha?tte die Polizei Beate Zscha?pe, Uwe Mundlos und Uwe Bo?hnhardt schon kurz nach dem Mord an Yas?ar in Niedersachsen festnehmen ko?nnen. Nach den drei Terroristen – noch nicht als brutale Mo?rder ausgemacht, aber untergetaucht – wurde wegen eines Sprengstoffanschlags la?ngst gesucht. Was Zscha?pe und ihre Freunde nicht davon abhielt, einen Campingplatz in Gifhorn anzusteuern. ‘Einer meiner Pa?chter feierte dort die Hochzeit mit einer Frau aus Ostdeutschland’, berichtet der Campingplatzbesitzer der NP. Zum Fest waren deren Verwandte und Freunde angereist, darunter offenbar auch die drei aus der Zwickauer Terrorzelle. Spa?tabends gro?lten sie Nazilieder. Der Platzwart rief die Polizei. ‘Die hat gesagt, ich soll mich nicht so anstellen’, erza?hlt der Campingplatzbesitzer. Nicht mal die Personalien seien u?berpru?ft worden. Er verwies das Trio vom Platz. Glu?ck, dass dem mutigen Mann nichts passierte.

Der Blick nach Rechts und  die taz berichtete bereits am 20.07.2012 über die Verbindungen der NSU nach Niedersachsen und den Braunschweiger Stadtplan. Und noch eine weitere Spur führt demnach in die Region: “In dem Haus, das Zschäpe nach dem Tod ihrer Kameraden in Brand gesteckt haben soll, fanden Beamte außerdem den Personalausweis einer Braunschweigerin, die angab, ihn beim Einkaufen verloren zu haben.”