Europäisches Hammerskinfest in Frankreich: Neonazis aus der Region unter den Gästen

Flyer European Hammerfest 2012
Flyer für das „European “ am 3.11.2012

Samstagabend in der französischen Stadt : In einer Halle in der Rue de l’escadrille des cigognes versammeln sich über 1.500 Neonazis aus ganz Europa zum „European Hammerfest“, einem alljährlichen Rechtsrockevent. Unter den teilweise mit Reisebussen und gemieteten Kleinbussen angereisten Neonazis waren auch etwa zwei Dutzend Rechtsrockfans aus der Region zwischen Harz und Heide, die meisten davon gehörten zum Spektrum der „Aktionsgruppen“ und kamen aus Braunschweig, Salzgitter, Gifhorn und Wolfsburg.

Eingeladen zum „European Hammerfest“ hatte die „Hammerskin Nation“ – eine elitäre neonazistische „Bruderschaft“ mit Chaptern in mehreren europäischen Ländern, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Das deutsche -Chapter feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

Konspiratives Vorgehen

Trotz der großen Anzahl an BesucherInnen aus ganz Europa könne das Konzert nicht „nur als Erfolg für die Neonaziszene gewertet werden“, schreibt die Antifa Bern in einem Bericht bei indymedia linksunten:

Die Industriehalle in Toul, in welcher das Konzert stattfand, war nicht der ursprünglich geplante Veranstaltungsort. Trotz der äusserst konspirativen Vorbereitung musste der ursprüngliche Veranstaltungsort – wohl ebenfalls nahe der deutsch-französischen Grenze gelegen – abgesagt werden, da es der Polizei gelang, das dort geplante Konzert zu verhindern. Die Organisatoren um den Ludwigshafener Hammerskin Malte Redeker verschoben daraufhin den Schleusungspunkt vom deutschen Rastatt ins französische Toul, wo dann auch die Konzerte stattfanden. Der Ort Toul war dabei wohl kaum zufällig gewählt, finden doch dort in einem Privatclub in der rue de l’escadrille des cigognes Nummer 470 immer wieder Nazikonzerte statt. Es ist zudem davon auszugehen, dass ein weiterer geplanter Veranstaltungsort in der Schweiz bereits im Vorfeld durch die Behörden verhindert wurde. Die konspirative Vorbereitung, der Treffpunkt in Rastatt wurde erst am selben Tag bekannt gegeben, sowie die Tatsache, dass die Organsiatoren mehrere Hallen zur Verfügung hatten und in der Lage waren den Veranstaltungsort kurzfristig zu wechseln, zeugen davon, wie gut diese Gruppierung organisiert ist. Verbunden mit der immer wieder zu beobachtenden Gewaltbereitschaft ihrer Mitglieder, macht dies die zu einer der aktuell gefährlichsten Neonazigruppierungen.

Ahnungslose Behörden

Die Frankfurter Rundschau berichtete ebenfalls über das Konzert und stellte fest, dass die französischen Behörden sich völlig uninformiert zeigten und trotz Hinweis durch die Medien am Ort selbst kein Polizist erschienen sei. Aber auch die deutschen Behörden würden sich ahnungslos geben:

Für die deutschen Behörden scheint die Hammerskin Nation kaum zu existieren. In den jüngsten Verfassungsschutzberichten taucht das Netzwerk allenfalls am Rande auf, das Landesamt in Baden-Württemberg weist darauf hin, dass in dem Bundesland kein Chapter bestehe.

Braune Verbrüderung

Dabei hätten die Sicherheitsbehörden in Tour möglicherweise interessante Erkenntnisse gewinnen können, so die Frankfurter Rundschau:

Ein Zusatz auf dem ersten Einladungsflyer zum Hammerfest hat szenekundige Beobachter aufhorchen lassen: Jedermann sei willkommen, hieß es da. Der Satz richtete sich offenbar an das Naziskin-Netzwerk Blood and Honour, das in Deutschland im Gegensatz zu den Hammerskins seit zwölf Jahren verboten ist, in anderen Gruppierungen und im Ausland aber fortbesteht. Anhänger des Netzwerks unterstützten laut Erkenntnissen der NSU-Untersuchungsausschüsse das Zwickauer Terror-Trio.Die Hammerskins und Blood and Honour streiten seit Jahren darum, wer die führende „Bruderschaft der weißen Rasse“ ist. Vor allem in England und den USA sind beide überaus erfolgreich, ihre Mitglieder gelten als Waffennarren. Als im August ein Mann in einem Sikh-Tempel im US-Bundesstaat Wisconsin sechs Menschen erschoss, stellte sich wenig später heraus, dass er den Hammerskins angehörte. Nun scheint die Feindschaft beendet zu sein, offenbar feiern beide Gruppen gemeinsam in Toul.

Eine bekannte Lokalität

Für einige der aus der Region Harz und Heide angereisten Neonazis dürfte die Veranstaltungshalle in Toul nicht unbekannt gewesen sein. Hier spielte am 22.09.2012 die Wolfenbütteler Band „“ beim „Fest Evil Part III“. Neben der Band traten weitere Protagonisten aus der Grauzone auf: Condemend 84 (UK), die West Side Boys (FR), Battle Scared (Swe) und PitbullFarm (Swe). Im Schlepptau der Band waren damals auch eine Handvoll Nazis und Grauzonenanhänger aus der Region zum Konzert gekommen. Gemeinsam mit den „Freigängern“ war so auch mit nach Frankreich angereist. Nun waren er und weitere Neonazis zum Hammerskin-Konzert am 3. November 2012 erneut in Toul. Erst kürzlich wurde Welge von einer Antifa-Gruppe als Aktivist der neonazistischen „Aktionsgruppe 38“ in einem Flugblatt „geoutet“.

3 Kommentare

  1. Zu allererst einmal vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
    Na das mit dem Konzert in Frankreich ist ja nun schon ein alter Hut, der Flyer ist ja nun schon fast 1 Jahr auf unserer Homepage zusehen gewesen. Die Aufregung um das Konzert mit Condemned 84 usw. verstehe ich nun nicht so ganz, und was interessiert es uns das da jetzt irgendwann ein rechtsrock Konzert war. Wir machen jedenfalls KEIN Rechtsrock . So langsam kommt es mir so vor als würdet Ihr diejenigen sein die die Band Freigänger in die rechte Ecke stecken wollt. Aber naja macht was ihr wollt, Des Weiteren möchte ich darüber informieren, dass wir wiedermal im Studio waren und es bald wieder ordentlich etwas von uns auf die Ohren gibt. Könnt ja mal wieder Gerüchte streuen, ist immer gute Werbung!!!
    Wir möchten euch auch ganz herzlich zu unserem Konzert in Wolfenbüttel im Dezember einladen.
    Wir rocken unter dem Motto ANALE-SKANDALE Rock gegen rechts und links.
    Ich mache von diesem Eintrag wieder einen Screenshot und stell ihn bei FB rein.

    Gruß Freigänger

  2. Ihr langweilt mich noch zu Tode…

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