Mehr Schaluppe als Flaggschiff – NPD-Wahlkampfauftakt auf dem Burgplatz

Nicht willkommen ... Die NPD in Wolfenbüttel
Nicht willkommen … „Begrüßung“ der in Wolfenbüttel. Foto: linksunten.indymedia.org

Es war ein kleines Häuflein von knapp 20 NPD-Aktivisten, die sich da am Montagvormittag auf dem Braunschweiger Burgplatz versammelt hatte. Ohne den mit NPD-Parolen beklebten LKW, von der NPD pathetisch als „“ bezeichnet, hätte man die Wahlkampfkundgebung auf dem ansonsten menschenleeren und von der Polizei abgesperrten Burgplatz kaum wahrnehmen können. Außer der in zwei Kleinbussen mit Berliner und Lüneburger Kennzeichen angereisten Mannschaftt des „Flaggschiffes“, mit dem die NPD in den nächsten tagen durch ganz Niedersachsen touren will, konnte die Partei so gut wie keine Anhänger für die Teilnahme an ihrer ersten Wahlkampfkundgebung mobilisieren.

Und nicht einmal alle Mitglieder der Mannschaft kamen aus Niedersachsen. So hatte z.B. auch der Berliner NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke auf der NPD-Schaluppe angeheuert. Aus der Region war neben dem Vienenburger Ratsherrn , der mit einem Fanschal von auftrat, auch der Wolfsburger mit dabei, der sowohl in der NPD als auch in der aktiv ist und in den letzten Jahren mit der „ für Zivilcourage Wolfsburg“ und der Nachfolgegruppierung „Aktionsgruppe Wolfsburg“ aufgetreten ist. Ansonsten waren lediglich die beiden NPD-Urgesteine Friedrich und aus Helmstedt und Süpplingenburg gekommen, um den Reden von NPD-Landeschef Manfred Börm und Patrick Kallweit zu lauschen.

Am Rande des Burgplatzes, hinter den Absperrungen der Polizei, war kaum etwas von der NPD zu hören. Die Reden gingen unter im Lärm der Buhrufe und Pfiffe der rund 500 GegendemonstrantInnen, die dem Aufruf des Bündnis gegen Rechts gefolgt waren, in dem zu einem lautstarken und sichtbaren Protest aufgerufen wurde. Und so war der Löwe auf dem Burgplatz wohl der einzige Braunschweiger der überhaupt etwas von den Reden der NPD hören konnte. Aber auch der gehört wohl in den Augen der NPD eher zu den „fremdländischen Ausländern„, gegen die in den Reden von Kallweit und Börm in rassistischer Manier Stimmung gemacht wurde.

Am Nachmittag wurde die NPD auch in Wolfenbüttel mit Pfiffen und Buhrufen empfangen. Dort hatten sich rund 350 Menschen in unmittelbarer Nähe zur NPD-Kundgebung zum Gegenprotest versammelt. Auch hier waren weniger als eine Handvoll NPD-Sympathisanten gekommen, um den Wahlkampfreden zu lauschen.

Mit rund zehn Sicherheitskräften startete die NPD in ihre ‚Niedersachsen-Tour‘ und erzählte vier interessierten Bürgern von ‚medialen Schweigespielen‘ und ‚fremdländischen Ausländern‘“ fasste die Cellesche Zeitung den Tag kurz und knapp zusammen. Und die NPD? Die träumte im „Nachtquartier der Flaggschiff-Mannschaft in Vienenburg“ von einem „erfolgreichen Auftakt„: in Braunschweig sei der „großspurig angekündigte Massenprotest“ angeblich ausgeblieben. Während sich „Parteien, Kirchen und Gewerkschaften“ angeblich zum Ziel gesetzt hätten weit mehr „NPD-Gegner auf die Straße zu bewegen als zur Deutschlandfahrt des Flaggschiffes 2012, als dem Aufruf zum Protest gegen die Nationaldemokraten rund 800“ Menschen gefolgt seien. Diesmal wären es „nicht einmal halb so viele“ gewesen. Und so träumt die NPD selig weiter von ihrem „Flaggschiff“ und einem „erfolgreichen“ Wahlkampf ….

Die Ergebnisse der könnten dabei allerdings noch zum Alptraum der NPD in Niedersachsen werden. Wenn die NPD am Ende unter 1% bleibt, würde sie hier den Anspruch auf  die staatliche Parteienfinanzierung verlieren.

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