Trauerspiel in Magdeburg: “Freie Kräfte Niedersachsen Ost”

Transparent der "Freien Kräfte Niedersachsen Ost"“Tatatatataaa tatatatataaa tatatataaa taaa” – unentwegt klang Wagners Walkürenritt aus dem Lautsprecherwagen des “Trauermarsches” der Neonazis am Samstag in Magdeburg. Weitab von der urprünglich angemeldeten Route und damit weit ab von den diversen Blockaden und Protesten waren rund 800 Neonazis zusammengekommen um schweigend durch weitgehend menschenleere Straßen vorbei an vielen leerstehenden Häusern und verfallenen Industriehallen im Süden Magdeburgs zu marschieren.Bis zuletzt war von den Behörden die Route – auch gegenüber der Presse – geheim gehalten worden. Und so gab es hier nur vereinzelte Pfiffe und Buhrufe und ein paar kleinere Blockaden, die allerdings sehr schnell von der Polizei geräumt wurden.

Nur als der unheimliche Marsch am Libertären Zentrum ankam wurde es lauter. Vor dem Haus und im Haus wurden mit Gitarren, Trompeten und Kochgeschirr Lärm gemacht und die Reden der dortigen Zwischenkundgebung gestört. Die Polizei befürchtete offensichtlich noch mehr: Vor dem Haus brachte ein Sonderkommando Motorsägen, Rammböcke und Trennschneider in Stellung, um das Haus zu stürmen, falls dort Gegenstände auf die Neonazis geworfen werden sollten. Bis auf die lautstarken Protesbekundungen blieb es allerdings ruhig, als die Neonazis am Haus vorbeimarschierten.

Unter den marschierenden Neonazis war auch eine kleinere Gruppe aus der Region zwischen Harz und Heide. “Freie Kräfte Niedersachsen Ost” stand auf dem Transparent, das sie vor sich hertrugen. Dahinter die altbekannten Neonazis aus den so genannten “Aktionsgruppen” der Region, die sich auch als “Aktionsbündnis 38” bezeichnen. Im Block liefen außerdem Neonazis aus der Region Hannover und Celle. Zusammen mit dem Ehepaar Tatjana und von der “Aktionsgruppe 38” aus Braunschweig lief auch von “Honour & Pride Deutschland” mit. Im Gegensatz zum Aufmarsch im letzten Jahr in Magdeburg war die Beteiligung aus der Region diesmal allerdings deutlich geringer ausgefallen.

Besonders beliebt dürften sich die Neonazis der “Aktionsgruppe 38” nicht gemacht haben: Immer wieder war Gekicher und lautes Lachen aus ihren Reihen zu hören. Dabei war von der Veranstaltungsleitung ausdrücklich “angeordnet” worden, dass die Teilnehmer  ein einem “Trauermarsch” angemessenes Verhalten zeigen sollen. Selbst das Rauchen war während des gesamten Aufzuges untersagt. Während das Zeigen von Transparenten mit englischen Parolen unerwünscht war, trugen manche Neonazis allerlei Kleidungsstücke der von ihnen verschmähten Alliierten. Auch Oliver Malina war mit einer Wollmütze der Marke “Alpha Industries” erschienen, eine Firma die damit wirbt die US-Army auszurüsten …. Doch wenn es kalt wird am Kopf, dann ist wohl auch dem überzeugtesten Neonazis eine warme Mütze der “Besatzerarmee” lieber als eine kalte Glatze.

 

Weitere Fotos gibt es hier: Album Teil 1 / Album Teil 2

4 Kommentare

  1. Moin,

    im Bild “md-x09-web.jpg” mit Ziegenbart und Schall, handelt es sich um Ralf Hansen aus Hannover.

    Mit antifaschistischen Grüßen

    WerAuchImmer

    PS: Bislang sind mir nur zwei Quellen aufgefallen die von 1200 Nazis in Magdeburg sprechen und zwar Ihr und die Nazis.

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