Der Wolfsburger NPD-Vorsitzende Lars Sander (rechts im Bild) mit zwei seiner "Kameraden" in der Diskothek Nachtschicht

Koks, Anabolika und NPD-Propaganda im Disko-Keller

Hässlicher Fund in der ehemaligen Nachtschicht: Beim Ausräumen des Kellers der Großraumdiskothek am Nordkopf wurde haufenweise rechtsextremes Propagandamaterial entdeckt, insbesondere Flugblätter und Poster der „, berichten die Wolfsburger Nachrichten am 21.1.2013. Das Material soll der frühere Betriebsleiter gehortet haben. Die Diskothek und ihr Betriebsleiter Dietmar G. gerieten im Juli in die Schlagzeilen, als die Polizei eine Razzia gegen die illegale Anabolika-Szene durchführte. Über die „Nachtschicht“ soll dabei ein bundesweiter Handel mit illegalen „Muskelaufbaupräparaten“ organisiert worden sein. Als Dietmar G. einen Kokain-Deal abwickeln wollte griff die Polizei zu und nahm ihn in U-Haft. Gegenüber der Presse berichtete die Polizei damals über Kontakte von Dietmar G. in die Rockerszene: „Nach Überzeugung der Fahnder sahen die regionalen Hells Angels und ihre Unterstützer ‚Red Devils‘ die Nachtschicht als so etwas wie ihren Clubtreff an: ‚Sie mussten keinen Eintritt zahlen, tranken umsonst und hatten unbeschränkten Zugang zu allen Räumlichkeiten.“

Kontakte in die rechte Szene und rassistische Einlaßkontrollen

Schon damals kursierten in Wolfsburg Gerüchte darüber, das Dietmar G. außerdem auch Kontakte in die rechte Szene pflege. Besucher der Diskothek berichteten, dass bekannte Neonazis von NPD und „BFZ Wolfsburg“ bzw. der späteren „Aktionsgruppe Wolfsburg“ dort häufig anzutreffen seien und sehr freundschaftlich von Dietmar G. begrüßt würden. Laut Wolfsburger Nachrichten habe der Betriebsleiter außerdem Kontakte zur „Kameradschaft Northeim“ gehabt. Der Wolfsburger NPD-Vorsitzenden habe ihm per Facebook zum Geburtstag gratuliert und ihn als „Kamerad“ bezeichnet, so die Zeitung.

Immer wieder gab es in der Nachtschicht Vorfälle, bei der Gäste aus vermutlich rassistischen Gründen an der Tür der Diskothek abgewiesen wurden. Die Wolfsburger Nachrichten berichteten 2004 unter der Überschrift „Farbige Studenten wurden vom Sicherheitsdienst der Diskothek abgewiesen – Angeblich falsch gekleidet“ über einen entsprechenden Fall.

Fechten und Straßenkampf

Dietmar G. wohnte zeitweise auf dem Haus der Braunschweiger „“, einer Burschenschaft die immer wieder durch Veranstaltungen mit extrem rechten Referentinnen und Referenten auffällt und zum völkischen Flügel der „Deutschen Burschenschaft“ gehört. Die Thuringia ist eine schlagende Verbindung, bei der das Fechten zur Pflicht gehört.

Und nicht nur das Fechten, sondern auch der „Straßenkampf“ gehört offensichtlich zu den Fähigkeiten von Dietmar G.: 2004 leitete er für ein Wolfsburger Sicherheitsunternehmen ein Seminar zum Thema „Selbstverteidigung & Straßenkampf“. Brisanterweise ist das Sicherheitsunternehmen nach eigenen Angaben für den Personenschutz des ehemaligen Innenminister Gerhard Glogowski zuständig und gibt an, in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt den Personenschutz für das kroatische Team bei der WM 2006 durchgeführt zu haben. Als „Partner“ ist auf der Webseite des Unternehmens auch die Diskothek „Nachtschicht“ aufgeführt.

Drogenhandel und Neonazis

Dass Neonazis, die sich gerne als Saubermänner präsentieren, die „Todesstrafe für Drogenhändler“ fordern und Flüchtlinge und MigrantInnen oft als „kriminelle Drogenhändler“ diffamieren, selbst in den Handel mit und anderen illegalen Dingen verwickelt sind, ist kein Einzelfall. Im November berichtete die Zeitung Die Welt beispielsweise über die Verhaftung eines Neonazis in Hoyerswerda, der die Droge „Crystal“ verkauft haben soll.

Impressionen aus der Nachtschicht

Im folgenden haben wir ein paar Links zu Bildern aus den letzten 2 Jahren von der Internetseite „Szenebilder“ herausgesucht, auf denen bekannte Aktivisten der Naziszene (aus der „ für Zivilcourage Wolfsburg“ der „Aktionsgruppe Wolfsburg“, die aus ihr hervorgegangen ist) in der „Nachtschicht“ zu sehen sind. Wir haben außerdem zu jeder Person als Beispiel ein Foto verlinkt, wo diese als Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Naziaufmärschen zu sehen sind.

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