Neonazi-Kundgebung verlegt auf den Europaplatz – Veranstalter wollen das “System” bis “auf’s letzte” bekämpfen

No Nazis WRGDen angekündigte “Kampf um die Straße” im westlichen Ringgebiet mußten die Neonazis aus dem “Aktionsbündnis 38” zumindest für heute erst einmal verlegen: Ihre für den Frankfurter Platz angemeldete Kundgebung “Braunschweiger Land auf dem linken Auge blind?” wurde in Absprache mit dem Anmelder von den Behörden vom Frankfurter Platz auf den Europaplatz umgelegt, wie die Braunschweiger Zeitung berichtete.

Die Neonazis, die inzwischen auch von der NPD Niedersachsen unterstützt werden, wollen sich bereits um 18:00 Uhr auf einem Parkplatz am Kennelbad treffen und dann von dort um 18:30 Uhr gemeinsam zum Europaplatz marschieren.

Das Bündnis gegen Rechts, gegen dessen Informations- und Diskussionsveranstaltung “Neonazis provozieren im westlichen Ringgebiet. Was tun?”  (heute um 19:00 Uhr in der AWO-Begegnungsstätte in der Frankfurter Str. 18) sich die Aktion der Neonazis richtet, hatte den Neonazis in weiser Voraussicht ein Schnippchen geschlagen: In Erwartung, dass diese eine Kundgebung gegen ihre Veranstaltung anmelden würden, hatte der DGB bereits zuvor eine Demonstration zur gleichen Zeit vom Frankfurter Platz durch die Frankfurter Straße angemeldet und damit den öffentlichen Auftritt der Neoazis im westlichen Ringgebiet verhindert. Laut Braunschweiger Zeitung ruft der DGB nun dazu auf “Flagge gegen Rechts” zu zeigen:

“Die DGB-Demonstration beginnt um 18 Uhr auf dem Frankfurter Platz und soll zunächst zur Awo-Begegnungsstätte führen. Der Regionsvorsitzende sagt: ‘Die Informationsveranstaltung findet dort auf jeden Fall statt.’ Sie soll etwa zwei Stunden dauern. Die Ergebnisse will das Bündnis gegen Rechts später im Internet veröffentlichen. Hintergrund ist, so Kleber: ‘Viele Demonstranten wollen weiterziehen zur VW-Halle, um den Rechtsextremen zu zeigen, dass sie in unserem weltoffenen Braunschweig nicht Fuß fassen werden und hier auch kein Platz für sie ist.’ Gleichwohl ist er der Ansicht: ‘Die Nazi-Kundgebung ist keine Eintagsfliege. Es ist anzunehmen, dass es im Westlichen Ringgebiet rechte Plakatierungen, Farbschmierereien und Einschüchterungsversuche geben wird.'”

In den diversen Aufrufen zur Kundgebung der Neonazis wird offen zum Kampf gegen das “Systems” aufgerufen. So heißt es auf der facebook-Seite »Braunschweig in Bewegung«: “Wir gehen gegen ein System auf die Straße, welches es für normal hält, Menschen welche nicht der linken Mainstreammeinung zu gehorchen bis auf’s letzte zu bekämpfen!”. In einem anderen Post heißt es dort: “Ihr wolltet diesen Kampf und nun werdet ihr ihn kriegen. An die Schreiberlinge von Recherche38, die Tatsachen in ihren Texten komplett ausblenden, an die Geisteskranken Autonomen, welche nur in der Masse angreifen können – an all jene, die sich mit der Kundgebung bedroht fühlen: Wir werden kämpfen!“. Und auch die die »Aktionsgruppe Gifhorn« droht mit weiteren Aktivitäten im westlichen Ringgebiet: “Dabei war das erst der Anfang liebes Bündnis! Wir hatten die Afa BS [Afa = Antifa] mehr als einmal gewarnt! Und Euch sei gesagt, jede Aktion eurerseits wird ab sofort mit einer Reaktion unsererseits beantwortet!“. Zu lesen sind auf den diversen Seiten auch Drohungen, wie “Braunschweig gehört uns!“,  “Lasst die Spiele beginnen – Die Straße gehört uns!“, oder “Ihr nennt es Battle, wir nennen es den Kampf um die Straßen unserer Stadt ! Sport frei !”.

Angesichts dieser Äußerungen und Drohungen, werden sich die Verantwortlichen der Stadt Braunschweig sicher noch die Frage stellen lassen müssen, warum die Behörden die Kundgebung der Neonazis nicht ganz untersagt haben.

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