Bundestagswahl: Ergebnisse der NPD in der Region

Stimmzettel Bundestagswahl 2013Die Ergebnisse der zeigen, dass die Extreme Rechten zumindest in Bezug auf Erfolge bei Wahlen derzeit stagniert. Weder »PRO Deutschland« noch die »Republikaner« erreichten die notwendige Stimmen um in den Genuß der staatlichen Parteienfinanzierung zu kommen. Erfolge konnte dagegen die rechtpopulistische »Alternative für Deutschland« erlangen, die zwar den Einzug in den Bundestag verfehlten, aber immerhin aus dem Stand 4,7% der Stimmen erhielt.

Verluste für die NPD auch in Niedersachsen …

Die NPD erhielt bundesweit 1,3% der abgegebenen Zweitstimmen (560.660 Stimmen), damit verlor sie 0,2%-Punkte gegenüber 2009. Das sind in absoluten Zahlen fast 75.000 Wählerinnen und Wähler, die nicht mehr ihr Kreuz bei der NPD gemacht haben. Auch in den Bundesländer, in denen die NPD im Landtag sitzt und sie ihre Hochburgen hat, musste sie Verluste hinnehmen.

In Niedersachsen fiel das Ergebnis für die NPD unterdurchschnittlich aus: Hier erhielt die NPD 41.087 Erststimmen (0,9%) und 37.436 Zweitstimmen (0,8%). Das sind 16.437 weniger Zweitstimmen als bei der Bundestagswahl 2009, bei der die NPD in Niedersachsen 0,9% erreichte. Verglichen mit der niedersächsischen Landtagswahl Anfang des Jahres, bei der die NPD 29.449 Zweitstimmen erhielt, konnte die NPD allerdings Stimmen dazugewinnen.

… und in der Region

Der Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg schnitt niedersachsenweit mit 1,4% am besten für die NPD ab, doch auch hier verlor die Partei 0,6%-Punkte und 424 Stimmen gegenüber 2009. Zugpferd der NPD ist hier weiterhin , der deutlich mehr Erststimmen bekam, als seine Partei Zweitstimmen. In seinem Wohnort Helmstedt-Emmerstedt konnte Preuß dementsprechend noch höhere Ergebnisse erzielen (z.B: im Wahlbezirk 2 – Schulgebäude Emmerstedt 7,3%). Ob hier die NPD auch nach einem absehbaren altersbedingten Ende der politischen Aktivitäten des NPD-Urgesteins Preuß weiterhin solche Ergebnisse einfahren kann ist allerdings fraglich. Neben der Stadt Helmstedt ist die Samtgemeinde Nord-Elm (2,9%) weiterhin eine “Hochburg” der NPD in Hinblick auf die Wahlergebnisse.

6,3% bei Oberbürgermeisterwahl

In Goslar konnte der NPD-Mann Patrick Kallweit bei der gleichzeitig stattfindenden Oberbürgemeisterwahl 6,3% der Stimmen auf sich vereinen. Für diesen Erfolg war allerdings ausschlaggebend, dass Kallweit als einziger Herausforderer des bisherigen Amtsinhabers und CSU-Mitglieds, Oliver Junk, antrat und damit viele Protestwählerstimmen auf sich ziehen konnte. Noch höher als die Stimmen für den NPD-Kandidaten ware allerdings die Zahl der ungültigen Stimmen – offensichtlich machten mehr Menschen ihre Ablehnung des Amtsinhaber lieber durch eine ungültige Stimme deutlich, als durch die Wahl eines NPD-Mitglieds.

Auf die Ergebnisse der Bundestagswahl hatte diese für Kallweit sehr günstige Situation dann auch kaum Auswirkung. Die NPD erhielt im gesamten Wahlkreis Goslar-Northeim-Osterode ein Ergebnis von 1,3% Erststimmen (-0,4%-Punkte) und ein unterdurchschnittliches Ergebnis von 1,0% der Zweitstimmen (-0,5%-Punkte). In der Stadt Goslar waren die Ergebnisse ähnlich niedrig. Lediglich in Kallweits Heimatstadt Vieneburg lagen die Ergebnisse etwas höher (1,99% Erststimmen und 1,67% Zweitstimmen) aber deutlich entfernt von den Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg
Friedrich Preuß (NPD): 2.599 Erststimmen / 2,0% / -0,3%-Punkte gegenüber 2009
NPD: 1.840 Zweitstimmen / 1,4% / -0,6%-Punkte gegenüber 2009

> Landkreis Helmstedt: 2,9% Erstimmen für Friedrich Preuß (NPD) / 1,8% Zweitstimmen
  >>Stadt Helmstedt: 4,0% Erstimmen für Friedrich Preuß (NPD) / 2,3% Zweitstimmen
>>Samtgemeinde Nord Elm 6,2% Erststimmen für Friedrich Preuß (NPD) / 4,2% Zweitstimmen

> Samtgemeinde Boldecker Land und Brome: 1,4% Erstimmen für Friedrich Preuß (NPD) / 1,1% Zweitstimmen
> Stadt Wolfsburg: 1,4% Erstimmen für Friedrich Preuß (NPD) / 1,1%
Die höchsten Ergebnisse erzielte die NPD hier in den Wahlbezirken Hageberg (2,4%), Stadtmitte (2,2%) und Hohenstein (2,2%), die niedrigsten in Rothenfelde (0%)

Wahlkreis Braunschweig
Ekhard Aden (NPD): 1.032 Erststimmen / 0,7% / -0,2%-Punkte
NPD: 1.038 Zweitstimmen/ 0,7% / -0,3%-Punkte

Die höchsten Ergebnisse erzielte die NPD in Veltenhof-Rühme (1,9%) und Rüningen (1,6%), das niedrigste im Östlichen Ringgebiet (0,3%) und im Heidberg (0,3%). Bis auf Wenden-Thune-Harxbüttel (1,1% / +0,5% Prozentpunkte gegenüber 2009) und Broitzem (1,0% / +0,1 Prozentpunkte gegenbüer 2009) verlor die NPD in allen Wahlbezirken Braunschweigs Prozentpunkte.

Wahlkreis 45 Gifhorn-Peine
René Grahn (NPD): 1.937 Erststimmen /1,2% / -0,1%-Punkte
NPD: 1.524 Zweitstimmen / 0,9% / -0,3%-Punkte

Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel
Adolf Preuß (NPD): 1.940 Erststimmen / 1,3% / -0,5%-Punkte
NPD 1.796 Zweitstimmen / 1,2% / -0,4%-Punkte

Wahlkreis Goslar-Northeim-Osterode
Michael Ellies (NPD): 1.962 Erststimmen / 1,3% / -0,4%-Punkte
NPD: 1.486 Zweitstimmen / 1,0% / -0,5%-Punkte

Quelle: Bundeswahlleiter Vorläufiges Ergebnis der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag

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