Neonaziparty im Sportheim des TSV Watenbüttel e.V.

Sportheim des TSV Watenbüttel e.V.
Am Rande von Braunschweig liegt leicht abgelegen das Sportheim des TSV Watenbüttel e.V. Hier feierten am Samstag die Neonazis ihr „Julfest“

Rund 50 Neonazis feierten am Samstagabend am Rande Braunschweigs im Sportheim des TSV Watenbüttel e.V. ein sogenanntes „Julfest“. Im T-Shirt mit einem Symbol der gewalttätigen griechischen Neonazi-Partei »Goldene Morgenröte» trat dort der Liedermacher »Fylgien« aus Berlin auf. Außerdem erwartete die Neonazis ein besonderes Gast: Der „Liedermacher Brad aus Wales“. Dahinter verbirgt sich der Gitarrist der britischen Neonaziband »Brutal Attack«, der außerdem bei den Rechtsrock-Bands »Celtic Warrior« und »Blackout« mitmischt. Neben »Skrewdriver« ist »Brutal Attack« eine der bekanntesten Bands aus dem Spektrum des in der BRD verbotenen internationalen Musiknetzwerk »«. Anwesend waren bei der Feier neben AktivistInnen aus den regionalen »Aktionsgruppen« und der Partei »« auch Anhänger von »Honour & Pride« und der bundesweit bekannte Neonaziaktivist aus Hildesheim.

Gut vernetzt: Von der Partei »Die Rechte« bis zu »Blood & Honour«

Die Party der regionalen Neonaziszene im Sportheim des SV Watenbüttel e.V. zeigt erneut die Einbindung der als Konkurrenz zur gegründeten Partei »Die Rechte« in die Strukturen und Netzwerke der militanten Neonaziszene. Fast alle Mitglieder des »Kreisverbandes Braunschweiger Land« kommen aus den sogenannte »Aktionsgruppen« des »«. Dieses steht in engen Kontakt zu »Honour & Pride«. Die Organisation gilt als eine der Nachfolgestrukturen von »Blood & Honour« und organisiert – inzwischen bundesweit – Rechtsrockkonzerte, darunter ein jährliches Open-Air in Nienhagen (Sachsen-Anhalt), zu dem jedesmal an die 1.000 Neonazis aus ganz Europa pilgern. Immer wieder fanden in den letzten Jahren in der Region gemeinsam durchgeführte Partys von Aktivisten aus dem Spektrum von »Honour & Pride« und dem »Aktionbündnis 38« statt, oft verbunden mit dem Auftritt eines rechten Liedermachers. Auch Dieter Riefling gehörte bis zum Verbot zu »Blood & Honour« und steht dem Netzwerk bis heute nahe. Der Auftritt des »Liedermachers Brad« zeigt auch wieder einmal die enge Einbindung der regionalen Szene in die internationalen Netzwerke der Rechtsrockszene. Regelmäßig nehmen AktivistInnen aus dem Kreis von »Honour & Pride« und dem «« an Konzerten von »Blood & Honour« oder den »« im Ausland teil. Zuletzt reisten Neonazis aus der Region im September diesen Jahres zum „20. Ian Stuart Memorial Konzert“ von »Blood & Honour« nach Großbritannien. Insbesondere von »Honour & Pride Niedersachsen« und seine Lebensgefährtin sind gute Bekannte von »Brad«. Im Winter 2011 beispielsweise führten und die Musiker von »Section 88« und »Blackout«, darunter auch »Brad», über den Braunschweiger Weihnachtsmarkt, und zeigten ihnen die Stadt. Die Bands sollten am 26.11.2011 eigentlich in Lengede auftreten. Nachdem dort der Vermieter den Vertrag kündigte wurde das Konzert kurzerhand nach Braunschweig verlegt.

Anmietung von Vereinsheimen

Auftritt von "Fylgien" im Sportheim
Dieter Riefling und der Liedermacher »Fylgien« im Sportheim. Foto: Screenshot facebook.com

Immer wieder nutzen Neonazis die Vereinsheime von Sport- und Schützenvereinen oder die Kantinen von Kleingärtenvereinen für ihre Konzerte, Treffen und Partys. Meist werden diese unter einem Vorwand angemietet, z.B. für eine private Geburtstagsfeier mit Live-Musik, eine Weihnachtsfeier oder ein Familienfest. Wenn solche konspirativ organisierte Neonazi-Konzerte oder Veranstaltungen in Räumlichkeiten von Vereinen dann später bekannt werden und z.B. Blogs wie recherche38 darüber berichten und die Presse dies aufgreift,  ist die Aufregung und Empörung meist groß und es wird die Frage gestellt, wie das passieren konnte. Leider sind jedoch die wenigsten Vereine für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und vorbereitet. Dabei gibt es zahlreiche Broschüren und Handreichungen, die zeigen, wie solche unliebsamen Neonazi-Veranstaltungen in Vereinsräumen verhindert oder zumindest erschwert werden können. Doch solche Broschüren allein reichen nicht aus. So gibt es in Niedersachsen immer noch kein ausreichendes Netzwerk von unabhängigen Beratungsstellen und Mobilen Beratungsteams, die auf Vereine und andere Einrichtungen zugehen und diese im z.B. im Umgang mit Anmietversuchen von Neonazis oder extrem rechten Mitgliedern im Verein schulen und beraten.

 

Link-Tipps:

NACHTRAG:
Sowohl die Braunschweiger Zeitung als auch das abseits Magazin berichteten inzwischen über die Neonaziparty:

2 Kommentare

  1. Der Sänger von Brutal Attack hat 2 Kinder mit einer Schwarzen!Vor ca. 20 Jahren löste sich die Band deswegen auch mal auf als es rauskam.

    Ken McLellan

    Providing “entertainment” to the Salem rally is Ken McLellan, singer with the notorious Nazi rock band “Brutal Attack”.

    McLellan is known to have a violent temper and in 1999 gave a fellow Nazi and former Nick Griffin lap dog Adrian Woods, a horrific beating at a pub in the Derbyshire.

    Woods was formerly the leader of the “Surrey Border Front” as well as having stints in the NF and the BNP. He moved to the East Midlands in 1999 to start a new life after falling out with Griffin’s followers, and after a fight with McLellan, suffered a broken jaw and several broken ribs and was reported to have been rushed to intensive care.

    The violence took place following an argument where Woods mocked McLellan for singing nationalist songs when he had fathered two children with a black woman.

    With thanks to our colleagues at EXPO in Stockholm.

    http://www.hopenothate.org.uk/blog/article/1498/salems-lot

    Irgendwie scheinen die Nazis das zu Ingnorieren,vielleicht weil sie zu wenige gute Bands haben!?

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