Eine Rute für’s Antifa-Café und andere Weihnachtsgeschichten

2010_09_25_18-57-19-53435_2+++ Braunschweig +++ Am heutigen Sonntagmorgen, gegen 10:20 Uhr, beobachteten AnwohnerInnen, wie gegenüber dem Braunschweiger Antifa-Café im Cyriaksring 55 ein Auto mit Wolfenbütteler Kennzeichen hielt. Aus dem Auto stiegen vier “Weihnachtsmänner” und eine weitere Person, die die anderen filmte. Die “Weihnachtsmänner” liefen zum Antifa-Café und legten ein paar Meter davor eine Rute ab. Eilig verschwanden die “Weihnachtsmänner” wieder und fuhren davon. Vermutlich dürfte das Video dieser Aktion demnächst bei youtube veröffentlicht werden. Schon vor einigen Tagen kündigte die Partei »Die Rechte Braunschweiger Land« an, dass sie für ihre “roten Freunde” etwas  “ganz besonderes zum Julfest ausgedacht” hätten.

Die NPD glaubt noch an den “

Auch die NPD und ihre Jugendorganisation JN zeigt derzeit ein gewisses Faible für für Weihnachtsmann-Maskeraden. Am 14. Dezember verkleideten sich der Wolfsburger NPD-Unterbezirksvorsitzende René Grahn und mit weißem Rauschebart und rotem Mantel und verteilten in der Brausnschweiger Innenstadt Süßigkeiten an Kindern und NPD-Flugblätter an PassantInnen. Die Polizei erteilte den braunen “Weihnachtsmännern” schließlich einen Platzverweis. Am Samstag, den 21. Dezember traten die braunen “Weihnachtsmänner” dann in Gifhorn und in Wolfsburg auf. In Gifhorn verteilten sie nach eigenen Angaben “Süßigkeiten und Gedichte” auch an die diensthabenden BeamtInnen des dortigen Polizeireviers.

Durchs Viertel gejagt

Der NPD Unterbezirk Braunschweig beklagte  sich unterdessen, dass am 17.12.2013 beim Verteilen von NPD-Werbematerial im westlichen Ringgebiet von Braunschweig einer ihrer “Aktivisten” von “türkischen Kulturbereicheren”  gejagt worden wäre.

Neonazis beim “Rock gegen Rechts” in Gifhorn

Die »Aktionsgruppe Gifhorn« zeigte dagegen Interesse an Rockmusik: Nach eigenen Angaben versuchten sie am 13. Dezember mit rund 20 Personen an einem vom Kreisjugendring Gifhorn organisierten “Rock gegen Rechts” teilzunehmen, wurden aber von den anwesenden Beamten des polizeilichen Staatsschutzes daran gehindert.

Dreaming of a white christmas

Während die meisten Menschen sich unter “Weißer Weihnacht” ein Weihnachten mit viel Schnee vorstellen, verbindet die extrem rechte Szene damit ihre rassistischen Vorstellungen oder verklärt das Fest zum “Julfest” mit angeblich “germanischer” Herkunft. Die Autorin Judith Breuer, die u.a. die Ausstellung „Weihnachten in der politischen Propaganda“ konzipiert hat, hat dazu schon vor einigen Jahren im Verlag an der Ruhr ein Arbeitspapier zum Thema “Weihnachten und Rechtsextremismus” (PDF) veröffentlicht, das wir unseren Leserinnen und Lesern wie schon in den vergangenen Jahren hiermit als kleine Lektüre zum Jahresende empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.