taz: „Vereinskleidung von rechts“

Maskottchen von "Monster Druck"Die taz berichtete am 23. Januar über die neue braunschweiger Firma des Neonazis :

„DER RECHTE RAND. WAS EIN FRÜHERER RECHTSROCK-HÄNDLER HEUTE TREIBT. Vereinskleidung von rechts.
Von Andreas Speit.

Seine Kundschaft konnte der Versand offenbar gut einschätzen: Im Angebot von ‚Old Honour New Hatred Records‘ fanden sich neben dem szeneu?blichen Rechtsrock viele T-Shirts. Darunter eines mit dem Aufdruck ‚Alte Werte noch im Herzen‘ auf der Ru?ckseite und ‚Die Partei – Seit 1920‘ auf der Brust – eine Anspielung auf die NSDAP. In diesem Monat schloss der Versand aus dem niedersächsischen Wolfenbu?ttel. Der Grund: eine neue Geschäftsidee des Betreibers. Vor einigen Wochen eröffnete Benjamin P. in Braunschweig ‚Monster Druck‘. Auf der Webseite lächelt einem ein rotes Langhaarmonster entgegen. ‚Ob Einzelstu?ck, Serienfertigung, Abschluss-, Abi- oder Junggesellen-Shirts, Vereins- oder Arbeitsbekleidung‘, heißt es da, ‚wir bieten Ihnen fu?r alles die perfekte Lösung.‘ Aber auch Tassen, Bierkru?ge und andere Gegenstände bedrucke man. ‚Neue Kunden u?ber die Szenegrenzen hinweg sollen gewonnen werden‘, vermutet David Janzen von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt. Kein Einzelfall: Immer öfter gru?nden Rechtsextreme Unternehmen, um sich und ihre Kameraden finanziell – abzusichern – von Sicherheitsfirmen bis zur Internetbetreuung. Seit mehreren Jahren bewegt sich Benjamin P. im Umfeld von ‚Honour & Pride Niedersachsen‘. Das Netzwerk fu?r Konzerte der rechtsextremen entstand 2004, sein Name soll gezielt an das ‚‘ erinnern. Dieses in Deutschland verbotene Netzwerk promotete Rechtsrockbands, vertrieb deren CDs und veranstaltete Konzerte. P.s neue Betätigung gefällt offenbar seinen alten Kameraden: Auf der ‚Monster Druck‘-Seite beim sozialen Netzwerk Facebook hat der Kameradschaftsfu?hrer ‚gefällt mir‘ geklickt.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor u?ber die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland.“

Italienisches Rechtsrockfestival "Ritorno a Camelot" September 2011
Benjamin Punthöler im Shirt von »Honour & Pride« und seine heutige Ehefrau Laura zusammen mit Brad von der Neonazi-Band »Blackout« beim italienischen Rechtsrockfestival „Ritorno a Camelot“ im September 2011.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.