Holzkreuze, Bierwampen und Opfermythos: »Junge Nationalmaldemokraten« in Aktion

Das von deutschen Bombern zerstörte Guernica im Baskenland
Foto: Das von deutschen Bomben zerstörte Guernica. Mit der Zerstörung der baskischen Stadt Guernica am 26. April 1937 durch deutsche und italienische Bomber machten die NS-Führung noch vor Beginn des II. Weltkrieges deutlich, dass sie auf eine Strategie der Terrorisierung der Zivilbevölkerung und die Vernichtung ganzer Städte durch Flächenbombardements setzen wird. Die ersten Städten, die durch Luftangriffe der deutschen Luftwaffe zerstört wurden waren die polnischen Städte Frampol, Wielu? und Warschau. Am 14. Mai 1940 brannte die Altstadt von Rotterdam infolge eines Luftangriffs ab. Anfang September 1940 erfolgte der erste Luftangriff auf London.

Die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 und die anderer deutscher Städte durch die Alliierten wird seit Jahren von Neonazis als ein zentrales Thema vieler ihrer Aufmärsche aufgegriffen. Sie zelebrieren dabei einen Opfermythos, der bewusst den Fokus auf die „deutschen Opfer“ des II. Weltkrieges lenken soll und „die Deutschen“ zu den eigentlichen Opfern des Krieges erklärt. Damit einhergehend wird der Angriffskrieg der Wehrmacht, die Kriegsverbrechen der Nazis und der industriellen Massenmord an den europäischen Judinnen und Juden relativiert oder geleugnet. Die historische Fakten werden in der Propaganda der Neonazis dabei gerne ignoriert: So wird z.B. die Zahl der in Dresden getöteten Zivilisten stark übertrieben. Während die Dresdener Historikerkommission von 18.000 bis 25.000 Toten spricht, sprechen die Neonazis weiter von „200.000“ oder gar noch mehr Toten.

Holzkreuze in Braunschweig und Wolfsburg

Im Vorfeld des diesjährigen 13. Februars tauchten in Braunschweig und Wolfsburg Holzkreuze auf, die mit Kabelbinder z.B. an Straßenschildern befestigt waren und mit Aufschriften wie „Dresden 45“ oder  „200.000 Tote“ versehen waren. Außerdem wurden Flugblätter der neonazistischen »Initiative gegen das Vergessen« an Hausbriefkästen verteilt. Verantwortlich zeigte sich dafür die »Jungen Nationaldmokraten« (JN), die Jugendorganisation der NPD, die seit einiger Zeit auch wieder in der Region aktiv ist.

Femen-Abklatsch: Neonazis mit entblößtem Oberkörper

Am Sonntag den 22.2.2014 gegen Mitternacht posierten dann 5 Neonazis mit nackten Oberkörpern vor dem Parteibüro der Partei DIE LINKE in Wolfsburg in der Laagbergstraße. Zu lesen war auf den entblößten Bäuchen unter anderem „Anti Antifa“, „Fuck Femen“ und „Fuck Bomber Harris“. Ein Foto davon stellte die „Aktionsgruppe Gifhorn“ umgehend ins Netz. Damit spielten die Neonazis auf eine Protestaktion in Dresden an, bei der zwei vermummte Frauen – Mitglieder der Piraten-Partei – auf ihren nackten Oberkörpern Parolen, wie “Bomber Harris do it again” zeigten.  Auf dem Foto vor dem Parteibüro ist neben seinen doch eher beleibten „Kameraden“ der eher schmalbrüstig wirkende Wolfsburger NPD-Vorsitzende René Grahn zu erkennen, der auch bei den »Jungen Nationalmaldemokraten« aktiv ist. Als die Polizei eintraf waren die insgesamt 8 Neonazis bereits wieder verschwunden. Allerdings beschäftigten die Neonazis in der Nacht noch mehrmals die Polizei: Anwohner riefen die Polizei wegen Ruhestörung, da die Neonazis in der Nähe des Parteibüros in einer Wohnung lautstark feierten. Dort waren auch “Sieg Heil”-Rufe zu hören. In der Nacht wurde dann ein Teil der Neonazis in der Nähe des Kaufhof von der Polizei kontrolliert.

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