Gassi gehen nur mit deutschen Hunden?

SatireDas die Neonazis den als ein Türöffner-Thema für sich entdeckt haben, mit dem sie versuchen jenseits offen extrem rechter Positionen Menschen anzusprechen, ist nichts neues: „Unter dem Deckmantel des politisch unverfänglichen Themas Tierschutz wollen Rechtsextremisten ihre menschenverachtende Ideologie transportieren. Man gibt sich als Tierschutz-Kümmerer und besetzt damit ein populäres Thema. Mit bürgernäherem Auftreten und gemäßigter erscheinender Außendarstellung wird um Zustimmung und Sympathiegewinn geworben“ (BNR, 22.10.13). Auch der Braunschweiger Kreisverband der Partei »Die Rechte« bedient sich dieser Strategie. In den letzten Tagen hätten „Aktivisten mehrere Tierheime in unserer Region“ besucht und „gingen mit Hunden gassi, guckten uns Katzen und ähnliches an und redeten mit Mitarbeitern und in einigen Fällen sogar mit der Leitung“, berichtet die Partei im Internet.

Doch ganz ohne erhobenen Zeigefinger und einem Schuss kruder Ideologie kommt man bei der Rechten selbst beim Thema Tierschutz nicht aus: Und so kritisieren die Neonazis, dass „viele deutsche“ [Fehler im Original] lieber Hunde aus Tierheimen aus Spanien oder Portugal nehmen und diese nach Deutschland holen würden. Der tierliebe deutsche Neonazi hat zwar schon etwas Mitleid mit den ausländischen Hunden: „Natürlich blutet jedem Tierfreund das Herz wenn man die armen Hunde in Spanien z.b. sieht, vorallem wenn man liest, dieser wird umgebracht wenn er kein neues Zuhause findet.“ – Aber müssen deshalb immer mehr ausländische Hunde in deutschen Familien kommen und auf deutschen Straßen Gassi geführt werden? Nein, da muss der ach so tierliebe Neonazis natürlich einschreiten:

Aber trotzdem haben wir in Deutschland auch volle Tierheime, wo viele liebe Hunde ein neues Zuhause suchen … Also bestenfalls erstmal die Tierheime Vorort abklappern, anstatt Hunde aus der ganzen Welt nach Deutschland zu holen obwohl die Tierheime überfüllt sind!

Und so wird auch hier deutlich: Um die Tiere geht es den Neonazis eher weniger. Denn sonst könnte es ihnen herzlich egal sein, ob ein Hund aus einem in Castrop-Rauxel oder aus geholt wird. Ja, vielleicht könnte man als echter Tierfreund sogar dazu raten doch lieber einen Hund von dort zu holen, wo die Tierheime noch schlechter ausgestattet sind als hier, oder dort wo streunende Hunde einfach getötet werden.

Doch aus ihrem rassistischen Weltbild voller Ablehnung gegen alles „Fremde“ können die Neonazis eben nicht so einfach raus – selbst wenn es um Hunde geht. Und so ist auch der „Tierschutz“ für die Neonazis vor allem in erster Linie „“ – und eben keine Liebe zu allen Lebewesen auf der Welt.

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