Kralenriede: Von Neonazis gesteuerte „Bürgerinitiative“ besucht Kindertagestätte – Eltern sollen verunsichert und gegen Flüchtlinge instrumentalisiert werden

Nach Angaben der » für in Braunschweig«, hinter der sich vor allem Aktivisten der NPD-Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten« und Mitglieder der neonazistischen Partei »Die Rechte« verbergen, habe diese am Dienstag die Kindertagestätte „Morgenstern“ am Steinriedendamm besucht und ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin geführt. Die Kita befindet sich in der Nähe der überfüllten für in der Boeselagerstrasse. Die neonazistische Tarnorganisation »Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig« versuchte in dem „konstruktiven Gespräch“ offensichtlich eine potentielle Bedrohung und Gefahr durch die Flüchtlinge für die Kinder der Kindertagestätte zu suggerieren: „Für unseren Kleinsten scheint keine direkte Gefahr zu bestehen. In und um die Kita gab es keine erschreckenderen Vorfälle. Die Mitarbeiterinnen, wie auch Hausmeister sind dazu angehalten aufmerksam zu bleiben, und der hohe Zaun um das übersichtliche Grundstück tut sein Übriges„, heißt es auf der facebook-Seite der „Bürgerinitiative“. Auch wenn die Mitaerbeiterin von keinerlei „erschreckenden Vorfällen“ berichten kann, soll sich beim Leser das Bild einprägen, das dies nur am Zaun und den wachsamen Mitarbeitern liegt. Schlimm sei die Situation der Mütter, weiß die „Bürgerinitiative“ zu berichten. Diese würden „immer wieder auf den Wegen um die Kita belästigt.“ Das Ziel ist klar: Man will Ängste von Eltern hervorrufen oder bereits vorhandene weiter anheizen, um so die Eltern für die rassistische Stimmungsmache der Neonazis gegen Flüchtlinge zu instrumentalisieren.

Laut den Neonazis habe die Mitarbeiterin  der Kitza sich noch gewünscht, dass die „Bürgerinitiative“ weiter Druck mache und sie gerne mit ihnen in Kontakt bleiben will. Ob die Mitarbeiterin der Kita „Morgenstern“ wußte, dass sie mit einer von Neonazis ins Leben gerufene „Bürgerinitiative“ sprach, darf bezweifelt werden.

Das Beispiel dieses Besuch einer Kita durch die neonazistische Tarnorganisation zeigt, wie geschickt die Neonazis derzeit die vorhandenen Ängste und Resentiments im Stadtteil ausnutzen, um mit einem  vorgeblich bürgerschaftlichen Engagement mit Menschen in Kontakt zu treten  und sie für ihre Ziele einzuspannen. So können sie auch Menschen erreichen und beeinflußen, die sonst mit bekennenden Neonazis eher nichts  zu tun haben wollen.

3 Kommentare

  1. Kita Morgenstern

    Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Eltern,

    es entspricht den Tatsachen, dass die „Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig“ am Dienstag bei uns in der Kita Morgenstern war. Sie hatten sich als Verein angekündigt, der sich für eine „Verbesserung der Situation“ bzgl. der Asylbewerber einsetzen will. Vom rechtsradikalen Hintergrund dieser Vereinigung hatten wir bedauerlicherweise keine Kenntnis.

    Die Problematik der „Überbelegung des Asylbewerberheims“ ist – allein durch die räumliche Nähe – auch in der Kita präsent. Allerdings nehmen wir klaren Abstand von den suggestiven Behauptungen dieser Initiative, wonach die Asylbewerber für uns eine Gefahr darstellen! Wo viele Menschen zusammenleben, gibt es häufiger Konflikte als anderswo. Diese sind aber keineswegs ausschließlich auf etwaiges Fehlverhalten unserer ausländischen Asylbewerber zurückzuführen. Wenn Menschen unterschiedlicher Kulturen einander auf der Straße begegnen, dann führen Unsicherheit und Angst vor dem Fremden, manchmal auch Vorurteile schnell zu Missverständnissen und Intoleranz. Wir bedauern dies und wünschen uns ein friedliches und wertschätzendes Miteinander – auch mit unseren Gästen aus dem Ausland, die oft genug als politische Flüchtlinge schlimme Erfahrungen hinter sich haben.
    Der Zaun, der die KiTa-Kinder schützt, ist zum Schutz der Kleinen vor jedweder Gefahr gedacht. Dazu gehört der Straßenverkehr genauso wie erwachsene Menschen – egal welcher Nation –, die wir nicht persönlich kennen. Wir distanzieren uns daher ausdrücklich von einer Vereinnahmung unserer Einrichtung für „rechtsradikale Stimmungsmache“.

    Wir nehmen allerdings wahr, dass die Situation für die Asylbewerber in der Boeselagerstraße nicht tragbar ist und erhoffen uns für diese Menschen eine gute, wertschätzende Lösung.

    Die KiTa Morgenstern

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