»Die Rechte« expandiert nach Helmstedt und Hildesheim und erklärt Westerwelle wieder zum Vize-Kanzler

Die am Wochenende neugegründete „Ortgruppe Helmstedt“ der Partei »Die Rechte« verteilte nach eigenen Angaben in den letzten Tagen in Schöningen und Helmstedt erste Flugblätter und „Visitenkarten“ der Partei. Unter der Überschrift „Das Volk wird kaputtgespart“ wir darin die „Bundesregierung um Merkel und Westerwelle“ wegen ihrer Sparpolitik angegriffen. Offensichtlich hat man bei der »Rechten« ein altes Flugblatt rausgekramt und einfach kopiert. Das Original stammt aus dem Jahr 2010 und wurde u.a. von der und den »Autonomen Nationalisten Salzgitter/Wolfenbüttel« verteilt. Damals war Westerwelle tatsächlich noch Vize-Kanzler und seine FDP in der Regierungskoalition mit der CDU. Entweder hat niemand bei »Die Rechte« sich die Mühe gemacht, den Text nochmal zu lesen oder es mangelt hier schlicht an politischer Bildung und man hat nicht mitbekommen, dass inzwischen eine neue Bundesregierung aus SPD und CDU regiert.

Auch den presserechtlich Verantwortlichen der ursprünglichen Flugblätter von 2010 hat man einfach übernommen: Michael Schäfer aus Bernburg.  Dieser war damals Bundesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation JN und sitzt heute noch immer in deren Bundesvorstand. Er dürfte wohl kaum erfreut sein, dass die Konkurenzpartei »Die Rechte« nun Flugblätter in seinem Namen verteilt.

Überhaupt dürfte die Gründung der Ortsgruppe Helmstedt, die eine Untergliederung des „Kreisverbandes Braunschweiger Land“ von »Die Rechte« ist, bei der NPD nicht gerade auf große Freude stoßen. Der Landkreis Helmstedt gilt als einer der wenigen Hochburgen, über die die NPD in Niedersachsen noch verfügt. Hier erreicht sie noch regelmäßig überdurchschnittliche Wahlergebnisse und der Unterbezirksvorsitzende sitzt seit Jahrzenten im Helmstedter Rat. Doch gerade bei jüngeren Neonazis dürfte die »Die Rechte« aufgrund ihres aktionistischen Habitus deutlich attraktiver sein als die örtliche NPD, deren Alterstruktur nicht nur sehr hoch ist, sondern die auch jenseits von Wahlen, Ratsarbeit und internen Veranstaltungen kaum öffentlich präsent ist.

Expansion auch nach Hildesheim

Bereits am 8. November 2014 gründete sich in der Nähe von Hildesheim im Beisein vom Parteivorsitzenden ein Kreisverband Hildesheim- von »Die Rechte«. Die Vorstandmitglieder sind alte Bekannte: , und gehören zu den langjährigen Aktivisten der Neonazi-Szene in der Region. Sie waren zuvor beim „Kreisverband Braunschweiger Land“ der Partei aktiv. Johannes Welge und seine Lebensgefährtin Lisa Wagner sind erst kürzlich von Braunschweig in den Landkreis Hildesheim gezogen. Welge soll dort ein Studium begonnen haben.

Einer der ersten Aktivitäten war die Teilnahme von einer handvoll Anhänger von »Die Rechte« an der Gedenkveranstaltung der Stadt Hildesheim  für die „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ am „“. Am Abend beteiligten siche die »Die Rechte Hildesheim« dann an einem „Heldengedenken“ von Neonazis in der Nähe von . Für den 31. Januar 20125  hat die Partei die „Rechte“ nun einen Aufmarsch in Hildesheim angemeldet und am 28. Februar 2015 will die Partei zu „Ehren“ des SA-Mannes Horst Wessel in bei Göttingen aufmarschieren.

Infos zu den Protestaktionen gegen den Aufmarsch in Hildesheim:

Infos zu den Protestaktionen gegen den Aufmarsch in Güntersen:

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