BRAGIDA: Übernehmen jetzt rechte Hooligans das Ruder?

Foto: Screenshot facebook.com
Foto: Screenshot facebook.com

Nachdem die Anmelderin der -Versammlung am letzten Montag, Annegret Hamecher, ihre Anmeldungen für die kommenden Montage zurückgezogen hat, ging inzwischen bei der Stadt eine neue Anmeldung von ein. Nach Informationen, die recherche38 anonym zugespielt wurden, handelt es sich bei dem neuen Anmelder um den -Anhänger . Laut braunschweigheute.de habe das restliche Orga-Team von BRAGIDA Frau Hamecher gebeten ihre Anmeldung zurückzuziehen, da man sich „nicht mit ihren bisherigen Aussagen identifizieren“ könne.

Sympathien für HOGESA, GDL und NPD

Eib Blick auf das Facebook-Profil des neuen Anmelders  Mirko Walter zeigt, in welche Richtung die Sympathien des Orga-Teams hinter BRAGIDA nun gehen: Zu sehen ist dort zum Beispiel die Zeichnung einer vermummte Person mit Handschuhen, die auf den Ärmeln die Schriftzüge PEGIDA und HOGESA (»Hooligans gegen Salafisten«) trägt. Gefallen zeigt der Eintracht-Fan Walter dort außerdem an der »German Defence League« (GDL), der »Identitären Bewegung«, der neurechten Zeitung »Junge Freiheit« und dem NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt. Außerdem hat Mirko Walter bei den Facebook-Seiten der Gruppen „Deutsche Hooligans/German Hools“ und „DRESDEN-Klotzsche sagt NEIN zum Heim“, sowie auf  der von Neonazis initiierten Seite »Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig« ein „Gefällt mir“ hinterlassen.

Screenshot facebook-Profil von Mirko Walter
Foto: Screenshot facebook.com
Screenshot Facebookprofil Mirko Walter
Foto: Screenshot facebook.com

 

 

 

 

 

Wieder Radikalisierung im Orga-Team?

Dass nun eine Person aus dem Spektrum der rechten Hooligans die Anmeldung übernommen hat, zeigt, dass sich im Orga-Team von BRAGIDA wieder eine Radikalisierung abzeichnet. Nachdem das Bild des „1. Montagsspazierganges“ am 19. Januar bereits durch die teils vermummten und militanten Neonazis und rechten Hools bestimmt wurde, waren die beiden bisherigen BRAGIDA-Sprecherinnen Annegret Hamecher und Tina Müller in der letzten Woche bemüht sich in Interviews von diesen ein bisschen abzugrenzen: „Wir lehnen das eindeutig ab. Sie sind nicht erwünscht. Aber sie kommen eben erst einmal„. Erfolg hatten diese seichten Abgrenzungen kaum: Zwar blieben beim 2. „Montagspaziergang“ einen Großteil derjenigen Neonazis fern, die am Montag zuvor zur aufgeheizten Stimmung beigetragen haben, das lag aber vor allem daran, dass am Montag auch in Hannover wieder ein HAGIDA-Spaziergang stattfand, welcher von diesem Spektrum besucht wurde.

100 polizeibekannte Hools und „Rechtsextreme“

Doch auch beim „2. Montagsspaziergang“ waren von den 320 Teilnehmern rund 100, die die Polizei laut der neuen Braunschweiger vom 28.01.2015, der „rechtsradikalen oder Hooligan-Szene“ zuordne. So verkündete zum Beispiel die örtliche Jugendorganisation der NPD, die JN, sie habe auch teilgenommen. Wie schon beim ersten Spaziergang waren am Montag auch wieder einzelne  Alt-Hools aus dem Spektrum der »Alten Kameraden«, mehrere Anhänger der aufgelösten rechten Hooligangruppierung »Kategorie Braunschweig«, der »Fetten Schweine« und vereinzelte Mitglieder aus Fangruppierungen, wie den »« oder dem »« mit dabei. Auch Anhänger von HOGESA und deren Abspaltung » e.V.« nahmen erneut an der BRAGIDA-Versammlung teil. Insgesamt war das Bild dennoch deutlicher weniger aggressiv und in weiten Teilen durchaus eher durch die viele bürgerlich wirkende Teilnehmer  geprägt.

Gewerkschafter und AStA-Vorsitzender an den Pranger gestellt

Flugblatt
Teile des Flublatts wurde zum Schutz der betroffenen Personen von uns nachträglich unkenntlich gemacht.

Wenige Tage vor dem „2. Montagsspaziergang“ kursierte bei facebook und über diverse Gruppen bei whatsapp ein Flugblatt, in dem u.a. ein Mitglied des AStA der TU Braunschweig und zwei aktive Gewerkschafter als Mitglieder der dort als „linksextrem“ bezeichneten »Ultras Braunschweig« aufgeführt wurden. Im Flugblatt wurden außerdem detailiert Namen, Adressen und Arbeitgeber veröffentlicht. Angeblich seien die dort aufgezählten Personen verantwortlich für „unzählige und Rufmorde an der Fan-Gemeinschaft und dem Verein„. Mutmaßlicher Urheber des Pamphlets soll ein Anhänger der aufgelösten rechten Hoolgruppe »« sein, der u.a. 2005 Teilnehmer eines NPD-Aufmarsches durch Braunschweig war.

Weitere Artikel zu den Hintergründen von BRAGIDA:

HINWEIS: Ursprünglich wurden in diesem Artikel auch Mitglieder der »Daltons Braunschweig« als Teilnehmer der BRAGIDA-Versammlung genannt. Die Gruppe hat dazu eine Stellungnahme verfasst, in der sie klarstellt, dass Mitglieder ihre Gruppe nicht am BRAGIDA-Marsch teilgenommen haben, sondern sich im Gegenteil an den Gegernprotesten beteiligt haben. Tatsächlich handelt es sich hier um ein Versehen unsererseits. Es war lediglich  ein ehemaliges Mitglied der Gruppe am BRAGIDA-Marsch beteiligt, dass wegen seine rechten Gesinnung bereits vor einiger Zeit aus der Gruppe ausgeschlossen wurde. Wir entschuldigen uns für dieses bedauerliche Versehen ausdrücklich bei den »Daltons Braunschweig«!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.