Mit „Ausländer raus!“ durch Hildesheim

Foto: recherche-nord.com
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Nur knapp 90 Neonazis waren dem Aufruf des Hildesheimer Kreisverbandes der Partei »Die Rechte« zu einem Aufmarsch „Gegen die Überfremdung des Deutschen Volkes“ gefolgt. Darunter kaum mehr als zwei handvoll Neonazis aus der Region, darunter der Vorsitzende des Kreisverbandes „Braunschweiger Land“ von »Die Rechte«, Michael Berner und Sebastian Weigler sowie von der »JN Braunschweig«. Im Internetportal Linksunten heißt es über die geringe Teilnehmerzahl:

„Die Demonstration der Partei ‚Die Rechte‘ und ihres Kreisverbandes Hildesheim offenbarte erneut massive Mobilisierungs- und Organisierungsschwierigkeiten der niedersächsischen Neonaziszene, insbesondere der Partei ‚Die Rechte‘. Bereits vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung musste ein teilweiser Ausfall des Lautsprecherfahrzeuges beklagt werden, so das lediglich Redebeitäge über die Anlage verbreitet werden konnten, Musikstücke verkraftete die Lautsprecheranlage nicht mehr. Doch nicht nur technische Probleme begleiteten den Neonaziaufmarsch. Auffällig war die nur geringe Anzahl an Teilnehmer*Innen. Auch die angekündigten Redner wie beispielsweise Phillip Hasselbach aus dem Raum München konnten am derzeitig desolaten Mobilisierungspotential der niedersächsischen Neonaziszene nur wenig ändern. Der Kreisvorstand der Partei ‚Die Rechte Hildesheim‘ musste sich noch mit anderen problemen herumschlagen. So wurde bereits vor Beginn der Veranstaltung Alkohol konsumiert, Demonstrationsteilnehmer*Innen weigerten sich gegenüber Veranstalter und Ordnern ihre Vermumung abzunehmen.“

Gleich zu Beginn sorgte eine Gruppe teilweise vermummter Anhänger der -Abspaltung » e.V.« für Aufregung: Sie versuchten einen Bahnsteig zu stürmen und zerstörten dabei einen Zaun, weil ein Mann dort laut „Nazis Raus!“ rief. Die „“ wurden von der Polizei und den Neonazi-Ordner wieder zurückgedrängt. Daraufhin verließen diese demonstrativ die Versammlung. Unter den „“ befand sich auch Marcel Brunner aus dem Landkreis Wolfenbüttel, der zum „Führungskreis Nord“ der HOGESA-Abspaltung »Gemeinsam Stark e.V.« gehört und regelmäßiger Besucher der -Versammlungen ist.

Die zurückgebliebenen Neonazis zogen schließlich durch einen weiträumig von der Polizei abgesperrten Stadtteil. Aus einigen Häuser hingen Transparent und viele AnwohnerInnen machten ihren Unmut lautstark Luft und beschimpften die Demonstrationsteilnehmer aus den Fenstern. Diese pöbelten zurück, drohten und riefen Parolen, wie „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“ aber auch „Nationalsozialismus jetzt!“. Für die Polizei war das allerdings kein Grund einzuschreiten.

Bilder des Aufmarsches gibt es hier:

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