BRAGIDA: „Nazis raus!“ mit Neonazis

"Anti-Antifa"-Transparent bei BRAGIDA
Foto: flickr.com/dokurechts.com

Auch an der nunmehr 9. Versammlung von »Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes« () hatten sich wieder bekannte Aktivisten aus der Neonazi-Szene beteiligt. Laut Polizei nahmen insgesamt 65 Personen teil, nach Augenzeugenberichten sollen es nur an die 40 gewesen sein. Mitten drin war auch eine kleine Gruppe von Anhängern der -Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten« (JN). Darunter die Braunschweiger JN-Aktivisten Sebastian Weigler (hier auf dem Foto zusammen mit Lukas Müller zu sehen) und , sowie Raphael Batscheider und Pascal Kinzel aus dem Umland (Alle hier auf dem Bild zu sehen).

BRAGIDA will nach

BRAGIDA-Sprecherin Tina Müller verkündete laut braunschweigheute.de, man werde am nächsten Montag eine Versammlung in Kralenriede anmelden. Angesichts dieser Ankündigung ist die Anwesenheit dieser JN-Aktivisten am Montag sicher kein Zufall: Die »JN Braunschweig« um Sebastian Weigler verteilte bereits vor einigen Monaten bei einer Stadtbezirksratsitzung, bei der es um die Situation der in der überfüllten in Kralenriede ging, rechte Flugblätter. Batscheider, Hauschild und Weigler waren außerdem an einer Verteilaktion der von Neonazis initiierten »Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig« am 28. September letzten Jahres in Kralenriede beteiligt. Die „“, für die , Kreisvorsitzende der neonazistischen Partei »Die Rechte«, als presserechtlich Verantwortlicher zeichnet, versuchte immer wieder die vorhandenen negative Stimmung einiger Bewohner des Stadtteils gegen die Flüchtlinge anzuheizen. Auch Berner und seine Frau Tatjana nahmen mehrmals an den „Spaziergängen“ von BRAGIDA teil ( beteiligte sich an diesem Montag, zusammen mit weiteren rechte „“ und Neonazis aus der Region allerdings an der HAGIDA-Versammlung in Hannover). Der Sohn der BRAGIDA-Sprecherin ist außerdem auf Fotos  zusammen mit dem Ehepaar Berner auf einer Kundgebung der »Hooligans gegen Salafisten« in Hannover zu sehen.

Offensichtlich erhofft man sich bei BRAGIDA mit der geplanten Verlegung des „Montagsspazierganges“ nach Kralenriede dort wieder etwas mehr an Zulauf zu bekommen, den die Teilnemerzahlen sanken die letzten Montag immer weiter. Die Zustimmung der Neonazis, die mit ihrer »Bürgerinitiative für Sicherheit« bisher eher erfolglos waren, kann sich Tina Müller sicher sein. Und so ist zu erwarten, dass ein Marsch in Kralenriede – womöglich gar zum Flüchtlingsheim – die Neonazi-Szene auch wieder überregional anziehen wird.

„Anti-Antifa“- Transparent

Neben den von den letzten Montagen bereits bekannten Transparenten wurde dieses Mal auch eines mit der Aufschrift „Anti-Antifa“ und dem Bild einer vermummte Person gezeigt, die ein Symbol der „Antifaschistischen Aktion“ zerschlägt. Das Motiv stammt aus der Neonazi-Szene und findet sich z.B. auf Aufklebern der „Autonomen Nationalisten“ wieder. Die Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet „Anti-Antifa“ als Strategien und Gruppierungen der extremen Rechten, deren Ziel „das Ausspähen, Bedrohen oder tatsächliche Angreifen von vermeintlichen politischen Gegnern“ ist: „Im Visier der Anti-Antifa-Gruppierungen sind besonders Politiker, Journalisten, Gewerkschafter und Jugendliche, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.

“-Fan

Sven Obst vor einer Fahne von »Blood & Honour«
Swen Obst vor einer Fahne von »Blood & Honour«. Foto: Screenshot

Neben den JN-Anhängern waren auch noch weitere Personen bei der BRAGIDA-Versammlung, die bereits durch Aktivitäten in der extremen Rechten bekannt sind. So waren zum Beispiel erneut Swen Obst und seine Lebensgefährtin (beide hier auf dem Foto) mit dabei. Swen Obst ist in der Verganghenheit immer wieder als Teilnehmer von Aufmärschen der NPD und anderen neonazistischen Gruppierungen aufgefallen. So war er z.B. auch beim „Tag der Deutschen Zukunft“ am 4. Juni 2011 in Braunschweig. Er gilt außerdem als Fan des verbotenen Rechtsrocknetzwerkes „Blood & Honour“, so zeigt ihn ein Foto aus dem Internet vor einer »Blood & Honour«-Fahne mit SS-Totenkopf.

„Nazis raus!“ mit Neonazis

Angesichts dieses rechten Publikums wirkten die „Nazis raus!“-Rufe, die von den BRAGIDA-Anhängern zeitweise gerufen wurden, äußerst skurill. Gemeint waren mit den Rufen aber offensichtlich nicht die bei BRAGIDA anwesenden Neonazis, sondern die GegendemonstrantInnen. Laut Polizei hatten sich zunächst an die 500 Menschen an einer Protestkundgebung des Bündnis gegen Rechts beteiligt, von denen anschließend mehrere hundert weiter an den Absperrungen gegen die BRAGIDA-Kundgebung protestierten.

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