Braunschweig steht bei den „polizeilich registrierten rechtsextremistischen Straftaten“ und „Gewaltdelikten“ mit an vorderster Stelle in Niedersachsen

Die Stadt Braunschweig steht in der Statistik der behördlich registrierten „rechtsextremistischen “ erneut an dritter Stelle in Niedersachsen. Hier wurden 2014 insgesamt 51 rechte Straftaten gezählt. Nur die Region (61 Straftaten) und die Stadt (156) weisen noch höhere Zahlen auf. Der Landkreis Goslar steht mit 32 „rechtsextremistischen Straftaten“ an 8. Stelle, der Landkreis Helmstedt (27) folgt auf Platz 15, Gifhorn auf Platz 25 (18), Salzgitter auf Platz 21 (16), auf Platz 29 Wolfenbüttel (11), auf Platz 32 Wolfsburg (10) und zuletzt Peine auf Platz 34 mit 10 „rechtsextremistischen Straftaten“.

Hetze und Gewalt gegen FlüchtlingeInsgesamt wurden in Niedersachsen im letzten Jahr 1123 „rechtsextremistischen Straftaten“ registriert. 2013 waren es noch 1191. In Braunschweig, Gifhorn und Wolfsburg gingen die Straftaten im Vergleich zu 2013 zurück. In Helmstedt verdoppelten sie sich dagegen: von 13 in 2013 stiegen sie auf 27 in 2014.  Auch in Goslar stiegen die Zahlen an (2013: 25 / 2014: 32).

Braunschweig an 2. Stelle bei rechten Gewalttaten

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den „polizeilich bekannt gewordenen rechtsextremistischen Gewaltdelikten“ 2014. Diese lagen 2013 in Niedersachsen bei 73 und sanken in 2014 auf 46. Hier steht Braunschweig mit 6 Gewaltdelikten an zweiter Stelle nach Hannover. In Helmstedt und Goslar wurden 2014 je nur ein Fall registriert in den anderen kreisfreien Städten und Landkreisen in der Region gar keine.

Angriffe gegen und Unterkünfte: Unterschiedliche Zahlen

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gab es laut einer Antwort des Niedersächsischen Innenministerium 2014 nur zwei: In Hannover setzten Unbekannte Baumaterial für Flüchtlingsunterkunft in Brand, in Tostedt wurden Unterkünfte und Flüchtlinge mit in Gläsern abgefüllten Fäkalien beworfen (Anmerkung: Angaben liegen nur bis zum 10. September 2014 vor). Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat darüber hinaus allerdings weitere Fälle von Angriffen auf Flüchtlinge in Niedersachsen registriert, die in der Antwort der Landesregierung offensichtlich fehlen: Demnach gab es 2014 in Niedersachsen 5 Sachbeschädigungen, 3 Brandanschläge und 4 Körperverletzungen, die sich gegen Flüchtlinge richteten. Und auch die Bundesregierung nennt allein im 4. Quartal 3 Fälle von „Überfällen, Anschlägen, Sachbeschädigungen und tätlichen Angriffen“ auf Flüchtlingsunterkünfte oder von Flüchtlingen bewohnte Wohnungen in Niedersachsen (die alle vor dem 10. September 2014 liegen). Insgesamt zählte das BKA 2014 in Niedersachsen 5 Fälle. Darunter auch eine gegen Flüchtlinge gerichtete „Volksverhetzung“ am 29.09.2014 in Wolfsburg.

Quellen: Landtagsanfragen Drucksachen 17-1543, 17-2376, 17-3058 und 17-3172. Bundestagsanfragen Drucksachen 18/3964, 18/2284, 18/3376, 18/1593

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