Screenshot der Facebook-Seite der »Bürgerwehr Braunschweig«

Feindbild Flüchtlinge: „Bürgerwehr“ will in Kralenriede patrouillieren

Vor ein paar Tagen wurde bei Facebook eine Seite einer »Bürgerwehr « erstellt. Die „Bürgerwehr“, die nach eigenen Angaben hauptsächlich aus Personen aus dem „Sicherheitsgewerbe“ bestehen soll, kündigt an ab dem 15. November im „Siegfriedviertel,Bohlweg,Kralenriede sowie in einigen andern Teilen der Braunschweiger Innenstadt“ auf Streife gehen wollen. Erkennungszeichen der „Bürgerwehr“ sei eine Art einheitliche Uniform aus „schwarze Kleidung und ein grünes Barrett„. Anlaß der Gründung der „Bürgerwehr“ sei, dass es vermehrt zu „Übergriffen durch diverse Personengruppen“ gekommen sei. Wer mit diesen Personengruppen gemeint ist, läßt sich schon daraus schließen, dass kurze Zeit später ein Artikel aus der Braunschweiger Zeitung mit dem reißerischen Titel „Polizei: Wir sind am Ende! durch Asylbewerber nehmen zu“ gepostet wurde.

Während die „Bürgerwehr“ selbst deutlich bemüht ist, nicht offen davon zu sprechen, gegen wenn sich ihre Streifengänge eigentlich richten, sind die Kommentatoren auf der Seite da deutlich offener.

So schreibt , Aktivist NPD-Jugendorganisation »JN Braunschweig«, unter seinem Pseudonym „Sebastian Wendler„: „Vor dem D-Zug werden Frauen aufs asozialsten von den Afrikanern belästigt und beleidigt„. Die Antwort der Bürgerwehr: „Hallo Sebastian, ja das Problem ist uns bekannt,wir werden da nach Absprache mit den ansässigen Betreibern in der nächsten Zeit ein Konzept ausarbeiten um diesen Vorfällen vorzubeugen.“ Mann kenne die Situation rund um die Bruchstrasse, da einige Mitglieder der „Bürgerwehr“ in diesem Bereich „lange tätig waren„:

leider ist es so das wir gerade in diesem Milieu explizite Absprachen mit den vor Ort zuständigen Behörden führen müssen,da die Polizei gerade in diesem Bereich verstärkt präsent ist und wir nicht unnötig provozieren wollen.Allerdings spielen wir mit dem Gedanken Mitarbeiter in Zivil einzusetzen die sich in diesem Bereich bewegen und das Geschehen mit offenen Augen beobachten werden.

Inzwischen wirbt auch die von Neonazis iniitierte »Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig«, die insbesondere in Kralenriede versucht die Stimmung gegen die in der anzuheizen, für die Facebook-Seite der »Bürgerwehr Braunschweig«.

Wer verbirgt sich hinter der „Bürgerwehr“?

Bisher geben sich die Initiatoren der »Bürgerwehr Braunschweig« noch sehr bedeckt. Recherche38 liegen allerdings Informationen vor, die darauf hindeuten, dass der Kern der „Bürgerwehr“ aus Personen besteht, die tatsächlich in der Sicherheitsbranche tätig sind, gewissse Verbindungen in die Rocker-, Hooligan- und rechte Szene aufweisen und sich zumindest zeitweise an den Versammlungen und der Organisation von beteiligt haben. Die Initiatoren der »Bürgerwehr Braunschweig« hatten sich von zurückgezogen, nachdem immer deutlicher wurde, dass Konzept „PEGIDA“ in Braunschweig nicht den Erfolg haben wird, wie in Dresden. Stattdessen wurde in diesen Kreisen nun darüber diskutiert, mit welchen anderen Aktions- und Mobilisierungsformen man erfolgreicher sein könnten. Jetzt hat man sich offensichtlich das Konzept „Bürgerwehr“ ausgesucht.

In Magdeburg wurde in den letzten Tagen ebenfalls eine ähnliche „Bürgerwehr“ gegründet. Auch dort gehören Personen aus der „rechtsaffinen Hooligan-Szene“ zu den Gründern, wie der Rechtsextremismus-Experte David Begrich im Interview mit dem MDR äußerte. Hier dürfte es durchaus Querverbindungen geben, so haben die Initiatoren der »Bürgerwehr Braunschweig« gute Kontakte zu den Mischszenen aus rechten Hools, Rockern, Neonazis, Kampfsportlern und -Firmen aus der Partnerstadt Madgdeburg.

Von der „Bürgerwehr“ zum Rechtsterrorismus

Das Beispiel der »Bürgerwehr Freital« aus dem sächsischen Freital zeigt, wie gefährlich solche „Bürgerwehren“ sind. In dieser Woche wurden dort Mitglieder der dortigen „“ verhaftet. Sie sollen u.a. an Sprengmittelanschlägen auf eine Flüchtlingsunterkunft und ein alternatives Wohnprojekt beteiligt gewesen sein:

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