„Volkstrauertag“: Gedenken mit Neonazis, Burschen und der AfD

"Volkstrauertag", 14.11.2016 in BraunschweigSonntagvormittag auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof: Am „Ehrenmal für die Toten des Krieges, der Gewaltherrschaft und der Vertreibung“ hat der »Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge« (VdK) wie jedes Jahr zur Gedenkveranstaltung anläßlich des  „Volkstrauertages“ eingeladen. Neben dem VdK-Bezirksvorsitzenden Walter-Johannes Herrmann, der Bürgermeisterin Annegret Ihbe (SPD), der Bundestagsabgeordneten Carola Reimann (SPD), und weiteren Personen aus Politik und Gesellschaft sowie Vertretern der Bundswehr sind in diesem Jahr auch die neugewählte Ratsmitglieder der rechtspopulistischen AfD, wie und Anneke vom Hofe zugegen.

Rechte Burschenschaftler

"Volkstrauertag", 13.11.2016 in BraunschweigAuffallend viele der Teilnehmer sind an ihren Mützen und ihrem Colueurband als Burschenschaftler zu erkennen. Mit dabei auch die »Burschenschaft Thurinigia«, die als letzte der Braunschweiger Burschenschaften zum völkisch und rechtsoffen ausgerichteten Dachverband „Deutschen Burschenschaft“ gehört. Erst kürzlich veranstaltete die Burschenschaft einen Vortragsveranstaltung mit einem „Veteranen des zweiten Weltkrieges„. Anwesend waren dort auch Mitglieder der AfD-Jugendorganisation »Junge Alternative«, der extrem rechten »Identitären Bewegung« und Neonazis, wie von der NPD-Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten«.

Der Dunstkreis eines Nazischlägers

Der JN-Aktivist Sebastian Weigler beim Gedenken des »Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge« zum Volsktrauertag 2016.
Der Neonazi am 13.11.2016 auf dem Hauptfriedhof.

Und auch Felix Hauschild hat sich an diesem Sonntagmorgen zusammen mit den JN-Aktivisten Sebastian Weigler und unter die TeilnehmerInnen der Gedenkveranstaltungen gemischt. Zum engen Umfeld der »JN Braunschweig« gehört der derzeit wegen des Vorwurfs eines brutalen Angriffs auf Schüler der »Neuen Oberschule« in U-Haft sitzende Neonazi Pierre Bauer.

Nichts gelernt

Bereits 2013 nahmen Neonazis an der Kranzniederlegung des »Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge« teil und legten einen Kranz ausschließlich für die „deutschen Kriegsopfer“ nieder. Nach Angaben der Partei »Die Rechte« seien die Neonazis damals „vom Veranstaltungsleiter, sowie hochrangigen Vertretern der Stadt, der Bundeswehr und einigen Burschenschaften freundlich und respektvoll begrüsst“ worden. Ausdrücklich bedankten sich die Neonazis hinterher per Facebook „bei dem Veranstaltungsleiter, der Presse und allen anwesenden Teilnehmern“ dafür, dass sie „ohne Vorurteile und Repressionen vor Ort sein durften“.

 

Stefan Wirtz, AfD-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig
Stefan Wirtz, AfD-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig

Nachdem recherche38 über die Teilnahme der Neonazis an der Gedenkveranstaltung zum „Volkstrauertag“ 2013 berichtete, äußerte Walter-Johannes Herrmann, Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweig des VDK, im Nachgang gegenüber unser38.de, dass er von der Teilnahme der Rechten erst erfahren habe, als er auf dem Friedhof eintraf: „Aus Respekt vor den Trauernden und den Toten haben wir auf den Versuch verzichtet, die unliebsamen Besucher wegzuschicken“. Stadtrat Claus Ruppert kündigte damals an, man wolle im „Gespräch mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ Möglichkeiten suchen, dass künftig „insbesondere extreme politische Gruppierungen keine Gelegenheit erhalten, die Veranstaltung für ihre Zwecke zu nutzen.

Gelernt hat man aus diesem Vorfall offensichtlich nichts und so konnten in diesem Jahr erneut einschlägig bekannte Neonazis, gemeinsam mit rechten Burschenschaftlern und der AfD, im Kreise von Politik, Stadt und Gesellschaft an der Gedenkveranstaltung des »Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge« teilnehmen.

2 Kommentare

  1. Ihr gedenkt den Toten nicht… was seid Ihr nur für schlechte Menschen. Euch ist echt nicht mehr zu helfen. Übrigens war die SPD und andere Vertreter der Stadt auch da.

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