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Dresden: „Trauermarsch“ mit gestiegener Beteiligung aus der Region zwischen Harz & Heide

Am vergangenen Samstag zogen rund 1000 Neonazis durch Dresden, um mit einem “Trauermarsch” an den 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt durch die Alliierten zu “gedenken”. Die Beteiligung aus der Region zwischen Harz und Heide war in diesem Jahr mit etwas mehr als einem Dutzend Personen größer als im letzten Jahr als nur vereinzelt Neonazis aus der Region teilnahmen.

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Vom Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zur NPD-Demo: Reservist posiert vor Hakenkreuz-Fahne und teilt Holocaust-Leugnung

Irgendwo auf einer staubigen Straße in : An einem Checkpoint tanzen zwei deutsche Soldaten ausgelassen zu Musik. Ein Video davon hat der User “Florian Röttger” auf die Videoplattform youtube hochgeladen. Es trägt den Titel “ObjRgt Mazar E Shariff”. „ObjRgt” ist die Abkürzung des der . Mazar E Shariff ist die zweitgrößte Stadt in Afghanistan, hier befindet sich das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Szenenwechsel: Vom Bahnhof in Salzgitter-Lebenstedt aus marschierten im November letzten Jahres ein paar Dutzend Neonazis. Vorneweg zwei Trommler, die den Takt vorgeben, dahinter die ersten Reihen mit Fahnen in Marschformation. Die Neonazis skandieren unter anderem “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus”. Unter ihnen ein 34-Jähriger aus : Es ist , der unschwer als einer der -Soldaten aus dem Video zu erkennen ist. Auf Facebook, wo er u.a. unter dem Pseudonym “Goebbi DerFuchs” auftritt, finden sich zudem weitere Bilder aus seinem Einsatz mit der in Afghanistan.

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“Deutsche die Messerstich verteilen”: Gewalttätige Neonazis aus Braunschweig mischten in Chemnitz mit

Die braunschweiger Neonazis und in der “The Strait Times” aus Singapore

Pierre Bauer (links) zusammen mit Lasse Richei beim “Rudolf-Hess-Marsch” am 18.8.2018 in Berlin. Foto: recherche nord.

Ob BILD, FAZ oder die Titelseiten oder internationalen Presse: Viele Artikel über die Angriffe auf Journalist*innen und Polizei beim “Trauermarsch” der und »Pro « am Samstag, den 1.9.2018, waren mit einem Agenturfoto bebildert, welches aggressive Neonazis vor einer Polizeikette zeigt. Einer der Männer macht die sogenannte “Pistolen-Geste” – eine deutliche Drohung in Richtung der Polizei. Der junge Mann ist kein Unbekannter: Es ist der Braunschweiger Pierre Bauer. Der vorbestrafte Neonazi gilt als aggressiv und gewalttätig. Schon zweimal wurde er wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt, jedes Mal wurde diese allerdings zur Bewährung ausgesetzt – und seine Bewährungszeit läuft noch.

“Positive Sozialprognose”

Anfang 2016 hatte er auf zwei Schüler des Braunschweiger Gymnasiums Neue Oberschule so eingeschlagen und eingetreten, dass einer einen doppelten Kieferbruch erlitt. Nachdem die Polizei gegen ihn wegen zahlreicher weiterer ermittelte, u.a. auch weil er metergroße Hakenkreuze auf eine Straße gemalt hatte, wurde er in U-Haft genommen. Wegen des Angriffs auf die beiden Schüler verurteilte ihm das Amtsgericht Braunschweig im Dezember 2016 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nachdem er im Juni 2016 u.a. einen jungen Mann mit einem Stein beworfen hatte wurde er erneut in U-Haft genommen und vom Amtsgericht zu einer 9-monatigen Haftstrafe wegen “gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung” verurteilt. Allerdings wurde auch das Urteil zur Bewährung ausgesetzt. Zwischenzeitlich fahndete die Thüringer Polizei öffentlich mit einem Foto nach dem ihr unbekannten Neonazi, weil er verdächtigt wurde an einem Angriff auf einen Polizisten bei einer rechten Demonstration am 1. Mai 2016 in Erfurt beteiligt gewesen zu sein. Das Landgericht bestätigte im Januar 2018 nach der Berufung der Staatsanwaltschaft die Bewährungsstrafe und bescheinigte dem Neonazi eine “positive Sozialprognose”, auch weil er angeblich nur noch “privat” Umgang mit der rechten Szene pflege und nicht mehr auf Aufmärsche oder ähnliches gehe. In der Folgezeit (und auch in der Zeit davor) war er allerdings regelmäßig bei Aufmärschen und anderen öffentlichen und internen Aktivitäten der rechten Szene, insbesondere der NPD/JN, mit dabei. So beteiligte er sich z.B. bei einem “White Rex”-Kampfsportseminar der NPD-Jugend mit dem russischen Neonazi Denis Nikitin in Cremlingen (Landkreis Wolfenbüttel) oder einer Demonstration zu “Ehren” des Hitler-Stellvertreters und Kriegsverbrecher Rudolf Hess am 18.8.2018 in Berlin.

Die Braunschweiger Neonazis: auffallend aggressiv

Bereits am vorherigen Montag, den 27. August 2018, fiel Pierre Bauer beim Aufmarsch der »Patrioten für Chemnitz« auf. Hier dazu ein tweet vom Bündnis gegen Rechts Braunschweig:

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Foto: flickr/Timo Mönch

Christian Fischer im Gespräch mit den Neonazis aus Braunschweig und Dortmund. Foto: recherche nord

Lasse Richei und am 1.9.2018 in Chemnitz. Foto: recherche nord

Am Samstag, den 1. September 2018, war Pierre Bauer (im Bild oben links mit schwarzen Kapuzenpullover von »Thor Steinar« mit heller Aufschrift) dann zusammen mit einer vermutlich insgesamt vierköpfigen Gruppe aus Braunschweig erneut vor Ort. Mit dabei war auch der ehemalige Aktivist der NPD-Jugend, Lasse Richei (auf dem Bild  in roter Jacke) und der Anhänger der neonazistischen Partei »Der III. Weg«, Timo B. (in blaue Jacke mit roten und weißen Streifen und schwarzer Cap).
Auf zahlreichen Fotos und Videos ist zu sehen, wie Pierre Bauer, aber auch die anderen Braunschweiger Neonazis, stets vorneweg mit aggressiven Posen und aufputschenden Parolen, die Stimmung gegen die Polizei anheizen.

Der Versuch die Polizeiketten nach der vorzeitigen Beendigung der Versammlung zu durchbrechen, war nach Angaben von recherche nord dabei nicht spontan, sondern wurde durch neonazistischen Kleingruppen organisiert und koordiniert angegangen:

“Neonazis wie Christian Fischer (…) scharrten Kleinstgruppen zusammen und verteilten Instruktionen. Ziel war es das Gemisch von Rechtspopulisten und Neonazis zum Angriff auf die Gegenproteste zu animieren. Ein Durchbruchsversuch durch die Polizeiabsperrung wurde daraufhin besprochen und vorbereitet. Nachdem sich die Kleingruppen positioniert hatten begann der Durchbruchsversuch. Damit einher ging die Animation anderer Aufmarschteilnehmer*innen sich am Angriff auf die Polizeiabsperrung zu beteiligen (…) Niedersächsische und nordrhein-westfälische Neonazis stellten dabei einen Teil der ersten Reihen.”

Im folgenden haben wir  Videos und Berichte zusammengestellt, in denen das Agieren der Braunschweiger Neonazis dokumentiert ist:

 

Im Video des »Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.« sind die Braunschweiger Neonazis ebenfalls mehrmals zu sehen:

  • Bei Minute 2:29 laufen Lasse Richei und Timo B. zusammen mit Dortmunder Neonazis in Richtung der Polizeiketten
  • Bei Minute 2:43 ist die Gruppe zu sehen, als sie gerade einen Journalisten bedrängen
  • Ab Minute 3:02 sind Pierre Bauer und Lasse Richei ganz vorne in der Menge vor der Polizeikette zu sehen.
  • Bei Minute 3:13 gibt Lasse Richei einem Vermummten Anweisungen und schickt ihn weiter nach hinten.
  • Bei Minute 3:26 fordert einer der Dortmunder Neonazis die Menge mit Gesten und Rufen auf nach vorne zu kommen.
  • Ab Minute 3:29 sieht man Pierre Bauer, wie er die Polizeibeamt*innen anschreit und drohende Gesten zeigt.

Attacken gegen Journalist*innen

Ganz gezielt wurden in Chemnitz Journalist*innen, Fotograf*innen und Kameraleute bedrängt, geschubst und attackiert. Auch da fielen die Neonazis aus Braunschweig besonders auf.

Im folgenden Video, dass bei twitter veröffentlicht wurde, ist Lasse Richei (hier in der dunkelblauen Jacke) zu sehen, wie er mit geballten Fäusten auf einen Journalisten zugeht und ihn verbal bedrängt. Zuvor wurde dieser von einem Mann in hellblauer Jacke attackiert:

Ein weiterer Bericht über die Beteiligung der Braunschweiger Nazis an Übergriffen gegen Journalist*innen findet sich beim Störungsmelder von ZEIT-Online, wo der Autor recht einprägsam schildert, wie er gezielt angegangen wurde:

“Eine Gruppe junger Neonazis steht fünf Meter weiter, beobachtet uns und zeigt in unsere Richtung. Später erfahren wir von Kollegen, dass die Gruppe aus Braunschweig stammt. Bekannt als gewaltsuchend, Ex-Kader der NPD-Jugend und Kampfsportler (…)  Plötzlich sind die drei sportlichen Neonazis von der anderen Seite wieder da. Sie haben die Abkürzung quer durch die Demonstration genommen, bauen sich vor mir auf. Einer schlägt unvermittelt gegen meine Kamera. Zwei andere halten Passanten und Kollegen in Schach. Ein Kollege filmt geistesgegenwärtig, was passiert – zuerst unentdeckt. Der Angreifer ist ein ehemaliger Kader der NPD-Jugend, bundesweit bekannt. Er drängt sich auf Hautkontakt ran, befummelt meinen Arm. Der Blick leer und aggressiv, wie auf harten Drogen. Hinter mir ist eine schmale Seitengasse, wo keine Polizei steht, niemand langgeht. Der Mann versucht, mich genau dorthin zu drängen. Ein bulliger Typ im schwarzen Kapuzenpullover macht mit. Als das nicht klappt und ich mich weiter vorn beim Café halten kann, versucht der bekennende Neonazi zu provozieren. Der Kampfsportler will, dass sein Gegner zuerst zuschlägt. Er drängt mich mit seinem Körper weg, schlägt wiederholt auf die Kamera, versucht die Linse zu zerkratzen, indem er umständlich in das nach unten gehaltene Objektiv greift. Die robuste Technik nimmt keinen Schaden, muss zum Glück nur gereinigt werden (…) Sicherheitsleute eines anderen Reporterteams sind es, die den Angriff beenden. Sie drängen die Neonazis weg. Der Angriff ging glimpflich aus, zu Verletzungen kam es nicht. Bevor er in der Menge verschwindet, sagt der Angreifer: ‘Nächstes Mal geht das anders aus für dich.'”

Möglicherweise waren die Neonazis aus Braunschweig noch an weiteren Angriffen beteiligt. So ist in der »Frankfurter Sonntags Zeitung« ein Bericht über einen Angriff von Neonazis auf Mitglieder der SPD aus Hessen, die am 1.9.2018 an den Gegenprotesten teilgenommen hatten. Dort schildert u.a. Karin Dettmering, dass ein Angreifer  den “Schaft ihrer Fahne über dem Knie zerbrochen, sie aber nicht körperlich angegriffen” habe: “Dettmering erinnerte sich, dass der Angreifer mehreren Frauen zugerufen habe: ‘Ihr habt Glück, dass ihr Fotzen seid, dass wir euch nicht behindert schlagen.'” – Diese Wortwahl lässt aufhorchen, da Lasse Richei genau diese Drohungen immer wieder verwendet. Dazu passt, dass Lasss Richei bei instagram einen Screenshot eines twitter-Tweets des SPD-Politikers Sören Bartol postete, der schrieb: “Meine Gruppe aus Marburg wurde gerade auf dem Weg zum Bus von Nazis überfallen.” Lasse Richei kommentiert das mit “Jeder kriegt was er verdient”.

»Adrenalin BS«: Neonazistischer Kampfsport und Gewalt

Foto der Gruppe aus Braunschweig in Chemnitz. Foto: Screenshot von facebook, 2.9.2018

Die Gruppe um Pierre Bauer und Lasse Richei tritt auch als »Adrenalin BS« in Erscheinung und bezeichnet sich auf ihrer facebook-Seite als „Sportgruppe&Bürgerwehr“. Dort wurde auch ein Bild der Gruppe vor dem Marx-Monument in Chemnitz veröffentlicht. Lasse Richei veröffentlichte das Bild ebenfalls einmal bei facebook, da mit der Überschrift: “Deutsche die nicht lang Fackeln sondern Messerstich verteilen” und bei instagram mit dem hashtag “#werwillsichboxen” und dem Text: “A.H. Hooligans alles andere Fotzen” (die Abkürzung “A.H. Hooligans” dürfte hier für “Adolf Hitler Hooligans” stehen).

Neben Pierre Bauer, Timo B. und Lasse Richei, der zuvor als Aktivist bei der NPD-Jugend »Junge Nationalisten« (JN) aktiv war, dort aber wegen “asozialen” Verhalten und Drogenkonsum rausgeflogen sein soll, scheint die Gruppe allerdings bisher über kaum mehr Mitglieder zu verfügen.

Die Mitglieder der Gruppe trainieren regelmäßig Kraft- und Kampfsport u.a. im »Athletik Studio Uwe Meyer« in der . Auf ihrer Facebook-Seite werden immer wieder Fotos gepostet, die vor allem Pierre Bauer beim Kampfsportraining zeigen und überschrieben sind mit Aussagen, wie “Kampfsport gegen Überfremdung”, “Kampfsport statt Kiffen” oder “Kickboxen gegen Überfremdung”. Dort bezeichnet sich die Gruppe auch als “Kiez Faschisten” und erklärt die und das Viertel am „Schwarzen Berg“ zu einer angeblich „Antifa Freien Zone“.

Seit einiger Zeit tauchen am “Schwarzen Berg” verstärkt rechte Graffitis und Aufkleber auf. Immer wieder postet Lasse Richei bei facebook und instagram Fotos, auf denen er ganz offen vor den Graffitis posiert. Viele davon waren bisher mit dem Lambda, dem Symbol der »Identitären Bewegung« und dem Zusatz „BS“ versehen:

Screenshot aus einem im »Athletik Sportstudio Uwe Meyer« gedrehten Droh-Video vom (inzwischen gelöschten) instagram-Profil von Lasse Richei.

Nachdem das Bündnis gegen Rechts Braunschweig über die Teilnahme von Pierre Bauer an der gewaltsamen Demonstration von »Pro Chemnitz« am 27.8.2018 berichtete und dabei auch die Gruppe »Adrenalin BS« und das »Athletik Sportstudio Uwe Meyer« veröffentlichte Lasse Richei bei Instagram ein Video, welches dort gefilmt wurde und in dem gedroht wird: “Komm und wir schlagen dich behindert du Fotze”.

Eskalation zu befürchten

Schon seit  Monaten nehmen die Gewaltdrohungen im Internet, aber auch auf der Straße, durch die sehr kleine Gruppe aktiver und militanter Neonazis in Braunschweig wieder zu. Gerade weil die Neonazis hier gesellschaftlich weiterhin eher marginalisiert sind, setzen sie auf gewalttätige Eskalation, auf Einschüchterung und Angriffe. Dabei scheinen sie – auch aufgrund der wiederholten Aussetzung von Haftstrafen und der offensichtlich weitgehend ausbleibenden Reaktionen der Behörden auf die zunehmende Schmierereien, Aufkleber und Drohungen – staatliche Repressionen kaum zu fürchten. Da die Neonazi sich nun durch die Ereignisse von Chemnitz noch aggressiver und aufgeputschter zeigen und dazu regelmäßig Kampfsport für den “Straßenkampf” trainieren, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis diese erneut jemanden angreifen und dabei schwer verletzten.

In der Gallerie haben wir ein paar ausgewählte Screenshots aus den Profilen von Lasse Richei und Pierre Bauer zusammengestellt:

BZ: “Volkswagen darf mutmaßlichen Neonazi nicht entlassen”

Nachdem wir über die Beteiligung des Neonazis an einer “Neonazi-Randale im Bierkönig” auf Mallorca berichteten, wurde er als einer Braunschweiger Diskothek nach Angaben des Betreibers entlassen. Auch sein Hauptarbeitgeber, Salzgitter, wollte den Neonazis loswerden. Der klagte allerdings gegen seine Kündigung. Nun hat das Arbeitsgericht Braunschweig geurteilt, dass die Entlassung nicht rechtsmäßig war. Gegenüber dem Gericht behauptete Kiebitz, dass er nicht zu den neonzistischen »Hammerskins« gehören würde.

NDR: Die AfD, ein Mitarbeiter und die “Identitären”

“Die -Fraktion im Niedersächsischen Landtag möchte nicht durch Provokation in Erscheinung treten, sondern durch eine betont sachbezogene Oppositionspolitik. So klang es zumindest in einer Pressekonferenz nach der ersten regulären Sitzungdes neugewählten Landtags im November. Allerdings gibt es in den Reihen ihrer Mitarbeiter nun einen jungen Mann, dem Kritiker eine Nähe zum Rechtsextremismus vorwerfen. Nach Recherchen von ‘Hallo Niedersachsen’ arbeitet seit Kurzem für die Fraktion und wird somit von Steuergeldern bezahlt.”

> Zum Artikel auf ndr.de

Peine: Großdemo oder Sturm im Wasserglas?

[UPDATE: Als Redner ist nun auch der Neonazi Alexander Kurth, »Die Rechte«/ angekündigt]

Für Samstag, den 3. Februar 2018, ruft die Facebook-Seite »Patrioten Niedersachsen« bundesweit zu einer Demonstration unter dem Motto “Gegen Fehlpolitik und für soziale Gerechtigkeit dem deutschen Volke” auf. Geworben wird für die Demonstration unter anderem auch mit einem Bild eines Vermummten und der Parole “ zurückerobern”. weiterlesen »

Braune Umstrukturierung: »Kollektiv Nordharz« löst sich zu Gunsten der Partei »Die Rechte« auf

Kurz und knapp war die Ankündigung, die Ende letzter Woche auf der Homepage der neonazistischen Gruppierung »Kollektiv Nordharz« erschien: “Hiermit geben wir, das Kollektiv Nordharz, unsere Auflösung bekannt. Diese Seite wird in den nächsten Tagen abgeschaltet.

Zwar kursierten in den letzten Wochen immer wieder Gerüchte über internen Streitereien zwischen den Aktivisten der Neonazi-Kameradschaft, die seit dem Frühjahr 2017 im Landkreis Goslar aktiv ist, die plötzliche Bekanntgabe ihrer kompletten Auflösung verwunderte dann allerdings doch. Insbesondere weil das »Kollektiv Nordharz« in diesem Jahr Ausrichter des alljährlichen Naziaufmarsch »Tag der deutschen Zukunft» () ist, der am 2. Juni in Goslar stattfinden soll.

Das »Kollektiv Nordharz« tauchte das erste Mal im Frühjahr 2017 in der Region Goslar auf und orientierte sich  laut dem Blog HARZINFO am „neofaschistischen Netzwerk ‚Antikapitalistisches Kollektiv‘ (AKK), zu dem eine Handvoll Kameradschaften aus Hessen, Thüringen und Berlin gehören. Dies äußert sich neben der Selbstbezeichnung durch das Auftreten im Stil der ‚Autonomen Nationalisten‘, der ans AKK angelehnten Mediengestaltung und der Selbstinszenierung als scheinbar ‚antikapitalistisch‘. Bei den ‚Autonomen Nationalisten‘ handelt es sich um Neonazikameradschaften, die sich modern geben und die Aktionsform Schwarzer Block und Teile des Erscheinungsbilds von linksradikalen Autonomen kopieren.

Taktische Umstrukturierung

Von Links: , , , . Foto: Screenshot Homepage »Die Rechte«.

Dass es  bei der Auflösung nicht um die Einstellung der Aktivitäten der Gruppierung geht, sondern vor allem um eine taktisch-organisatorische Umstrukturierung, wurde spätestens klar, als die neonazistische Kleinstpartei »Die Rechte« am Wochenende bekannt gab, dass sich am Samstag in Bad Harzburg ein „Großkreisverbandes Süd-Ost Niedersachsen“ der Partei gegründet habe: Auf einem Foto von der Gründungsversammlung sind neben dem niedersächsischen Landesvorsitzenden Holger Niemann unter anderem Ulf Ringleb und Joost Nolte zu sehen, die beide bisher zu den Aktivisten des »Kollektiv Nordharz« gehörten.

Grund für die Auflösung des »Kollektiv Nordharz« und den Übergang zur Partei »Die Rechte« dürfte vor allem die Angst vor einem möglichen Verbot der Gruppierung gewesen sein. Unter dem Schutz des Parteiengesetz sind die Hürden für ein Verbot deutlich höher als bei einer freien Struktur, die über das Vereinsgesetz verboten werden kann.

Aufschwung für »Die Rechte«?

Der neugegründete „Großkreisverband“ der Partei »Die Rechte« soll künftig die Landkreise Gifhorn, Wolfsburg, , Braunschweig, Helmstedt, Salzgitter, Wolfenbüttel, Goslar, Osterode am Harz, Göttingen, Northeim und Holzminden umfassen. Darüber hinaus verfügt die Partei, die ihren Schwerpunkt in NRW hat und deren Gründer, Christian Worch, kürzlich im Streit aus dem Vorstand der Partei zurückgetreten ist, in Niedersachsen nur über zwei weitere Kreisverbände: Hildesheim und Verden. Der 2013 gegründete und mitgliederstärkste “Kreisverband Braunschweiger Land” zerfiel 2015, nachdem zuerst die Frau des Kreisvorssitzenden mit dem Vorwurf der Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen aus der Partei geworfen wurde und dann ihr Mann öffentlich seinen Ausstieg aus der rechten Szene erklärte. Und auch vom 2014 gegründeten Hildesheimer Kreisverband gingen nach anfänglichem Aktivismus keine Impulse mehr aus, nachdem 2015 der Kreisvorsitzende nach internen Querelen und Streit austrat und führende Aktivisten zu den »Junge Nationaldemokraten« wechselten. Und auch im Kreisverband Verden gab es zuletzt nur noch vereinzelte Aktivitäten.

Ob die Neugründung des “Großkreisverbandes” über die bisherigen Aktivisten des »Kollektiv Nordharz« und ihres Umfeldes hinaus zu einem Zulauf von neuen Mitgliedern für die Partei führen wird, ist allerdings fraglich. Klar ist aber, dass auch unter dem Label »Die Rechte» der TDDZ in Goslar weiter vorbereitet und beworben wird. Über ihre Facebook-Seite (die allerdings bereits nach wenigen Stunden wieder gesperrt wurde) mobilisierte die »Die Rechte Süd-Ost Niedersachsen« dann auch gleich zu einer Infoveranstaltung  für den TDDZ, die am 3. Februar an einem geheim gehaltenen Ort in Sachsen-Anhalt stattfinden soll. Neben einer Rede des Hildesheimer Neonazi , der dort über “10 Jahre TDDZ” sprechen will, sind auch der Liedermacher «Fylgien«, »MIC Revolt« und die Band  »F.I.E.L – Fremd im eigenen Land« als “musikalisches Begleitprogramm” angekündigt.

Weitere Infos zu den Aktivitäten der Neonazi in der Harzregion gibt es unter anderem hier:

news38: “Identitäre Bewegung Bewegung entert Quadriga und zündet Pyro”

news38 berichtet: “Mutmaßliche Anhänger der “Identitären Bewegung” haben versucht, mit einer Aktion auf dem Schloss Aufmerksamkeit zu erregen. Die Polizei schreibt am Montag, 11. September, dass bisher Unbekannte am Samstagvormittag auf der Plattform der Quadriga zwei pyrotechnische Gegenstände entzündet und dann zwei Plakate entrollt haben.”

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HAZ: “Polizei verhindert Hooligan-Treffen”

Foto: Facebookseite “Antifa e.V. on Tour – Actionreisen für Krawalltourismus”

Die Hannoversche Zeitung berichtet: “Ein Aufruf gewaltbereiter und zum Teil rechtsradikaler Hooligans im Internet hat am Sonnabend die Polizei rund um den Hauptbahnhof auf den Plan gerufen. Die Gruppe wollte von Hannover zu G-20-Krawallen nach Hamburg fahren. Die Einsatzkräfte überprüften daraufhin 25 Verdächte – und der Zug fuhr ohne die Hooligans ab … ‘Vier von ihnen mussten die Nacht auf richterliche Anweisung im Polizeigewahrsam verbringen’, sagt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Die Vier sollen nach HAZ-Informationen der rechtsradikalen Szene angehören, Fahrkarten nach Hamburg und verdächtige Gegenstände bei sich gehabt haben.” Nach Berichten von Augenzeugen, sollen unter anderem , und vom »Nationalen Widerstand Niedersachsen Ost« dort von der Polizei kontrolliert worden sein. Damit blieb erneut eine ihrer großspurig angekündigten Aktionen ohne jeden Erfolg.

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Neuer Watchblog für den Westharz

Wir freuen uns, dass es nun einen neuen Rechercheblog über rassistische & antisemitische Aktivitäten im niedersächsischen Westharz gibt. Wir werden uns deshalb künftig stärker auf den Rest der Region konzentrieren. Die Artikel des Watchblog Westharz werden wir dafür rechts in der Seitenleiste als Feed einbinden. Den KollegInnen viel Erfolg!

“Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine, Heinrich Heine.”

Eintrag von Heinrich Heine in das Gipfelbuch des Brockens nach dem Aufstieg an einem nebligen Tag, 1824

Neonazi-Randale im Bierkönig: Braunschweiger Türsteher mittendrin [UPDATE: Türsteher wurde gekündigt]

Wie BILD und andere Medien berichten, wurde am Freitag, 9.6.2017, eine Gruppe von »Hammerskins«, die bei einem Auftritt der Sängerin Mia Julia im “” auf eine “Reichskriegsflagge” zeigten und “Ausländer raus!” skandierten, vom Publikum ausgebuht. Die Sängerin forderte die Neonazis auf, die Fahne zu entfernen und das Publikum sang minutenlang “Nazis raus!“. Auf Videos, die u.a. bei Facebook veröffentlicht wurden, ist in der Gruppe der Neonazis auch aus dem Landkreis Wolfenbüttel zu erkennen. weiterlesen »

news38: “Rechtes Gedankengut bei Thuringia – Studenten besorgt”

news38 berichtet über eine Pressemitteilung des AStA der TU Braunschweig : “Braunschweig. Ein sogenanntes ‘Deutschlandseminar’ plant die Braunschweiger , sehr zum Unmut des AStA der TU Braunschweig. Dieser machte seiner Sorge mit einer Mitteilung an die Presse Luft. “Wir als Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) sehen darin einen Versuch, an der Universität einen Ort der Vernetzung für Angehörige der Neuen Rechten und Rechtsextremen zu schaffen”, heißt es in der Meldung.

>>> zum Artikel >>> Zur Pressemitteilung

KZ-Gedenkstätte Schillstrasse erneut beschmiert

Braunschweig: Nachdem bereits vor einem Jahr die KZ-Gedenkstätte Schillstrasse mit goldener Farbe beschmiert wurde haben vermutlich die selben Täter*innen in der Nacht auf den 4. Mai 2017 die Gedenkstätte erneut beschmiert. Zahlreiche Tafel an der Gedenkstätte, die von Brauschweiger BürgerInnen und Institutionen mit Erinnerungen, Mahnungen und Dokumenten über die Zeit des Naziregimes gestaltet wurden, wurden dieses Mal mit silberner Farbe beschmiert. An einer Tafel wurde außerdem mit einer Schablone und schwarzer Farbe die Worte “Lüge” aufgesprüht. weiterlesen »